Stand: 27.09.2019 17:09 Uhr

Bauen mit Holz soll künftig einfacher werden

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Die Bauminister der Länder haben sich in Norderstedt zu einer Konferenz getroffen.

Es soll einfacher werden, mit Holz zu bauen und Bauanträge sollen digital abgewickelt werden. Das sind einige der Ziele, die sich die Politiker auf der Bauministerkonferenz gesetzt haben. Die wurde am Freitag nach zwei Tagen in Norderstedt (Kreis Segeberg) beendet. Auf der Konferenz ging es darum, wie das Bauen der Zukunft aussehen könnte - wie zum Beispiel günstiger und klimafreundlicher gebaut werden kann.

CO2-Bilanz verbessern durch mehr Holzhäuser

Die Bauminister beschlossen, dass Holz als Baustoff jetzt bis zu einer Höhe von 21 Metern eingesetzt werden darf. Bisher war bei einer Gebäudehöhe von 13 Metern Schluss. Der Grund: Brandschutz. Nun soll Holz künftig auch an Stelle feuerbeständiger Bauteile eingesetzt werden, soweit die Baubestimmungen das zulassen. Die Musterbauordnung soll nun dementsprechend angepasst werden. Die Bauminister wollen mit dem Holzbau Kosten senken und die CO2-Bilanz verbessern.

Bis 2022 digitalisiert

Um zu erreichen, dass Bauanträge und Genehmigungen künftig digital abgewickelt werden, verständigten sich die Minister auf neue Standards. Außerdem soll eine Leitstelle eingerichtet werden, die die Digitalisierung koordiniert. Bis spätestens Ende 2022 sollen Bauanträge und -genehmigungen digitalisiert sein. Das Ziel der Bauminister ist es, dadurch die Verfahren zu vereinfachen. "Wir werden bestimmte Grundstandards definieren. Dann ist es technisch überhaupt kein Problem mehr", sagte Schleswig-Holsteins Innenminister Hans-Joachim Grote. Der CDU-Politiker saß der Bauministerkonferenz vor.

Minister wollen mehr Einbruchschutz

Außerdem forderten die Minister den Bund auf, die Mittel für den sozialen Wohnungsbau nicht zu kürzen. "Angesichts der Herausforderung, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, fordert die Bauministerkonferenz den Bund auf, die Mittel für den sozialen Wohnungsbau bei 1,5 Milliarden Euro pro Jahr zu halten", sagte Hamburgs Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD) in Norderstedt. Der Bund plant, die Fördermittel im kommenden Jahr um eine halbe Milliarde Euro zu kürzen. Des Weiteren forderten die Bauminister den Bund auf, das KfW-Programm zum Einbruchschutz auszuweiten. Dabei geht es unter anderem darum, inwieweit es gefördert wird, wenn Eigentümer Sicherungsprodukte wie Panzerriegel oder Alarmanlagen in ihre Häuser oder Wohnungen bauen. Außerdem betonten die Bauminister, wie wichtig es sei, das klimaffiziente Bauen zu fördern.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 27.09.2019 | 17:00 Uhr

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