Ausbau der U1: Norderstedt macht den Weg frei

Stand: 15.09.2021 10:12 Uhr

Die Stadtvertretung hat zugestimmt, sich mit mehr als 30 Millionen Euro zu beteiligen. Dies ist eine Voraussetzung dafür, dass Bund und Land den Löwenanteil der Kosten von insgesamt etwa 135 Millionen Euro übernehmen. Doch der U1-Ausbau ist längst nicht beschlossene Sache.

Ihren Grundsatzbeschluss fasste die Stadtvertretung mit großer Mehrheit, nur die AfD sprach sich am Dienstagabend dagegen aus. Für die U-Bahn ist bisher in Norderstedt-Mitte Endstation. Nach dem Willen der Stadtvertreter soll die U1 Richtung Norden um drei Stationen verlängert werden, bis zur Haltestelle Quickborner Straße. Wer dorthin will, muss zurzeit in Züge der AKN umsteigen. Diese seien uralt und dieselbetrieben, sagte Marc Muckelberg von den Grünen. Außerdem seien die Stationen nicht barrierefrei. "All das sind Sachen, die man eh angehen müsste", so Muckelberg. Und die Kosten wären nach seinen Worten nicht höher als bei einem Ausbau der U-Bahn.

U1-Verlängerung wäre gut für Neubaugebiete

Peter Holle von der CDU erklärte, die Attraktivität des ÖPNV stehe und falle mit der Taktdichte. "Eine Taktdichte bekommen wir nur mit der U1 hin, allein durch die Querung Waldstraße/Quickborner Straße." An dieser Querung gehen jedes Mal die Schranken runter, wenn die AKN-Bahn kommt. Im Zuge der U1-Verlängerung würde hier ein Tunnel gebaut. Hinzu kommt: Zwei große und mehrere kleine Neubaugebiete sind in Norderstedt geplant, unter anderem im nördlichen Stadtteil Friedrichsgabe. "Es würde natürlich, wenn weitere Wohnprojekte umgesetzt werden, den Straßenverkehr entlasten, wenn man nicht mehr mit dem Auto zum Park and Ride pendeln müsste, sondern man sagen kann: Ich steige hier schon in die U1 und fahre in die Stadt rein", so der Makler André Riedel.

Ministerium tritt auf die Euphoriebremse

Geht es nach dem Willen der Stadtvertreter, soll schon 2023 mit dem Bau begonnen werden. 2027 könnte dann die erste Bahn auf der verlängerten U1 fahren. Doch hinter dem Projekt stehen noch große Fragezeichen. Unter anderem sind noch Untersuchungen und Gutachten geplant. Der Sprecher des schleswig-holsteinischen Verkehrsministeriums, Harald Haase, sagte NDR Schleswig-Holstein, es werde noch Monate dauern, bis die Entscheidung fällt, ob der U1-Ausbau tatsächlich in den landesweiten Nahverkehrsplan aufgenommen wird. Dies sei keineswegs sicher. Es wäre aber die Vorraussetzung dafür, dass Bund und Land den Großteil der Kosten - insgesamt mehr als 100 Millionen Euro - übernehmen.

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Schleswig-Holstein Magazin | 14.09.2021 | 19:30 Uhr

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