Firmengelände des Unternehmens Caterpillar. © NDR Foto: Christian Wolf

Aus bei Caterpillar: Gemeinsam gegen Standort-Schließung

Stand: 12.07.2021 19:43 Uhr

Die Stadt Kiel will gemeinsam mit Betriebsräten und der Gewerkschaft IG Metall für den Erhalt der drei Caterpillar-Standorte im Norden kämpfen. Darauf verständigten sich die Partner am Montag.

Bis Ende 2022 will Caterpillar an seinen Standorten in Deutschland und China keine MSE-Motoren mehr herstellen. Das hatte der US-Maschinenbauer in der vergangenen Woche angekündigt. Damit sind insgesamt viele Hundert Arbeitsplätze in Kiel, Henstedt-Ulzburg (Kreis Segeberg) und Rostock in Mecklenburg-Vorpommern bedroht. Sollte der Konzern - wie bisher - zu keinerlei Gesprächen bereit sein, werde man gemeinsam den öffentlichen Druck auf das Unternehmen verschärfen, sagte Kiels Sozialdezernent Gerwin Stöcken (SPD). Gemeinsam mit der Landesregierung werde für den Erhalt der Standorte gekämpft.

Bislang kein Austausch mit US-Konzern

Allerdings zeigt sich ein Austausch schwieriger als gedacht. Das Unternehmen habe bisher weder auf Gesprächsforderungen von Gewerkschaften noch auf gesetzliche Informationspflichten von Betriebsräten reagiert, sagte Stöcken am Montag. Es gehe darum, den US-Konzern Caterpillar zu Gesprächen zu bewegen.

Seit Jahren Kurzarbeit für einen Teil der Belegschaft

Seit Jahren ist die Motoren-Abteilung von Caterpillar in Schieflage. In den vergangenen Jahren hat es immer wieder Kurzarbeit für einen Teil der Belegschaft gegeben. Außerdem sind wiederholt Arbeitsplätze abgebaut worden, zuletzt war das vor eineinhalb Jahren der Fall. In Kiel-Friedrichsort sind rund 670 Menschen angestellt. Wie es für sie weitergeht, ist weiterhin völlig unklar. Im Lager am Caterpillar-Standort in Henstedt-Ulzburg sind rund 60 Menschen beschäftigt, die nach der Auflösung in Rostock untergebracht werden sollen.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 12.07.2021 | 19:00 Uhr

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