Stand: 23.08.2018 14:28 Uhr

Altmaier in Kiel: Rückenwind für LNG-Terminal

In den meisten europäischen Häfen sind Terminals für das verflüssigte Erdgas LNG (liquefied natural gas) längst die Normalität. Nur Deutschland hat noch keines. In Brunsbüttel (Kreis Dithmarschen) könnte ein solches Terminal jedoch bald Wirklichkeit werden. Denn die Landesregierung macht sich schon lange dafür stark. Und jetzt hat das Projekt auch deutlich Rückenwind aus Berlin bekommen. Bei einem Treffen von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) mit Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) und Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) am Donnerstag in Kiel wurde klar: Die Bundesregierung hat ein großes Interesse daran, dass - auch aus umwelt- und klimatechnischen Gründen - ein LNG-Terminal entsteht. Verflüssigtes Erdgas ist eine umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichem Schweröl, mit dem Schiffe betankt werden.

Förderentscheidungen bis Jahresende

Altmaier sagte, es sei jetzt wichtig, den Druck im Kessel zu erhöhen und mit anderen Bundesländern, mit den anderen Wettbewerbern und zuständigen Stellen die Entscheidungsgrundlagen zu erarbeiten und Entscheidungen zu treffen. Der Minister und Günther vereinbarten, bis Jahresende zu klären, in welcher Höhe sich Bund und Land am Aufbau eines Terminals für verflüssigtes Erdgas beteiligen, oder anders gesagt, mit wie viel staatlicher Förderung ein Betreiberkonsortium rechnen kann. Ein finanzieller Grundstock dafür ist bereits vorhanden: Die EU stellt eine halbe Milliarde Euro bereit.

LNG-Geschäft bislang nicht wirklich rentabel

Die Förderung der EU wird nicht reichen. Denn bislang zahlt sich das Geschäft mit LNG nicht aus, wie Terminals in Polen und den Niederlanden zeigen. Ändern könnte sich das, so die stille Hoffnung von Altmaier, durch günstige Importe aus den USA. Und wohl auch aus geostrategischen Erwägungen. Mit LNG wäre Deutschlands Energieversorgung nicht länger so stark von Erdgasimporten aus Russland abhängig wie derzeit. Erleichtert ist Altmaier, dass die Pläne für ein Terminal in Brunsbüttel hohe Akzeptanz genießen.

Altmaier will auch Landstrom-Ausbau vorantreiben

Bundeswirtschaftsminister Altmaier machte bei seinem Treffen in Kiel auch deutlich, dass - neben der Förderung von LNG - der Ausbau von Landstrom in Häfen forciert werden soll. Mittel- und langfristiges Ziel sei es, Schiffsdiesel soweit es geht durch Strom aus erneuerbaren Energien zu ersetzen und so für sauberere Luft zu sorgen. In den kommenden Wochen soll eine Arbeitsgruppe alle Alternativen abwägen, wie der im Vergleich zum Diesel deutlich teurere Landstrom billiger gemacht werden könne.

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Schleswig-Holstein Magazin | 23.08.2018 | 19:30 Uhr

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