Stand: 29.03.2019 17:36 Uhr

Jagd auf Wolf GW 924m geht weiter - unbegrenzt

Der Wolf mit der Code-Nummer GW 924m darf weiter abgeschossen werden. Das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) hat die am 31. März auslaufende Genehmigung unbefristet verlängert. Sie gilt für ein eng begrenztes Gebiet, so lange bis ein weiterer Wolf in der Region registriert wird, so das Umweltministerium. Dann erlischt die Genehmigung, deren Verlängerung vom Umweltministerium beantragt wurde, automatisch.

Jagd auf Problemwolf.

Südholstein: Jagd auf "Problemwolf" geht weiter

Schleswig-Holstein Magazin -

Seit Februar versuchen Jäger, den Wolf in Südholstein zu erlegen - bislang erfolglos. Schleswig-Holstein hat nun die Abschusserlaubnis für unbestimmte Zeit genehmigt.

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"Sollte es bis Sonntagabend nicht gelingen, den Problemwolf zu erlegen, werden wir die Bemühungen zum Abschuss weiter verstärken", sagte Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne). Konkret heißt das: Es werden künftig noch weitere Jäger versuchen, den Wolf zu finden und abzuschießen.

Albrecht: Abschuss ist alles andere als einfach

Wer den Wolf aktuell jagen darf, dazu wollte sich Minister Albrecht nicht äußern. Er sagte lediglich, dass es sich um eine Gruppe erfahrener Jäger handelt. Auch woher die Personen stammen und wie viele es sind, verriet er nicht. Der Grund: Wegen der emotional aufgeladenen Wolfs-Debatte musste das Ministerium den Jägern Anonymität zusichern. "Es ist besonders schwer, ein einzelnes Tier aufzufinden und in Schussweite zu bekommen", beschrieb Albrecht die Herausforderungen bei der Wolfsjagd. Allerdings hat man dem Umweltministerium zufolge immer wieder Spuren und Hinweise auf das Tier gefunden. Es sei auch gesichtet worden.

Laut Albrecht ist es auch der "erheblichen öffentlichen Aufmerksamkeit" geschuldet, dass der Abschuss bisher nicht gelungen ist. "Die Chance, ein bestimmtes, scheues und intelligentes Tier zu erlegen, wird durch die Aktivität von unterschiedlichsten Personen an den Sichtungsorten des Wolfs - in der Regel die Orte weiterer Nutztierrisse - nicht unbedingt erhöht." Weiter fügte Albrecht hinzu: "Wir haben von Anfang an darauf hingewiesen, dass eine Entnahme einige Zeit in Anspruch nehmen kann. Auch für erfahrene Jäger ist der Abschuss eines Wolfes alles andere als einfach." Allerdings sei die Expertengruppe guter Dinge, dass die Entnahme gelingen könne.

Genehmigungen stehen in der Kritik

Das Tier mit der Code-Nummer GW 924m hält sich seit dem vergangenen Sommer in Südholstein auf und hat nachweislich Schafe hinter Schutzzäunen gerissen. Die Abschusserlaubnis von sogenannten Problemwölfen in Schleswig-Holstein und auch in Niedersachsen hatte auch Kritik ausgelöst. Der Verein Wolfsschutz-Deutschland bezeichnete die Genehmigungen als widerrechtlich. Nach Ansicht der Umweltschutzorganisation WWF Deutschland widerspricht die vom nördlichsten Bundesland erteilte Abschussgenehmigung bundesweiten Empfehlungen.

Jäger: Wölfe sind schwer zu jagen, weil sie smart sind

Harry Walker lebt in der kanadischen Provinz Manitoba und betreibt eine Firma, die zahlende Jäger anleitet, Timberwölfe, Schwarzbären oder Weißwedelhirsche zu jagen. Seit vielen Jahren jagt er selbst Wölfe und hat zwischen 20 und 30 Tiere erlegt. "Wölfe sind die Tiere in Nordamerika, die am schwersten zu jagen sind, weil sie sehr kluge Tiere sind", erklärt er dem NDR Schleswig-Holstein. Die Erfolgsquote bei Wolfsjagden liege bei knapp über 50 Prozent. "Von zehn Jägern, die wir mit auf die Jagd nehmen, erlegen nur ungefähr sechs einen Wolf."

Ein Wolf steht in seinem Gehege im Wildpark Eekholt und gähnt. © picture alliance/dpa Foto: Carsten Rehder

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In Kanada sei es viel einfacher, einen Wolf zu erlegen, denn hier gebe es sehr viele. Laut Walker sei die Situation sogar so, dass es so viele Wölfe gibt, dass diese andere Tierpopulationen, etwa Hirsche, bedrohen. Daher dürfen in dem nordamerikanischen Land aktuell alle Jäger, die eine Lizenz besitzen, um Großwild zu jagen auch automatisch Wölfe töten. Die Situation ist also sehr verschieden von der in Schleswig-Holstein, wo aktuell nur ein bestimmter Wolf getötet werden darf.

"Der Wolf ist wahrscheinlich weg"

Daher geht Walker auch nicht davon aus, dass es gelingt, den Wolf zu erlegen. "Da es sich um einen Wolf handelt, der auf Wanderschaft ist (Anmerkung der Redaktion: GW 924m ist aus Dänemark nach Südholstein gekommen), gehe ich nicht davon aus, dass er noch in dem gleichen Gebiet ist. Ich denke, er ist weg." Der Wolf würde nur dann bleiben, wenn er gut an Essen komme. "Ich wäre überrascht, wenn sie den Wolf bekommen, aber ich wünsche ihnen viel Glück."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 29.03.2019 | 13:00 Uhr

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