Wartezeiten an Wahllokalen: Vielerorts war Geduld gefragt

Stand: 13.09.2021 19:53 Uhr

Bei der Kommunalwahl in Niedersachsen mussten die Menschen mitunter lange warten, bis sie ihre Stimmzettel ausfüllen konnten. Vor den Wahllokalen bildeten sich Schlangen.

Einige Bürgerinnen und Bürger in der Region Hannover etwa mussten am Sonntag mehr als eine Stunde warten. Wegen der Corona-Schutzmaßnahmen gab es weniger Wahlkabinen als früher, erklärte der örtliche Wahlleiter Carsten Köller NDR Niedersachsen. Die Verantwortlichen hätten sich vor der Wahl beraten lassen und entsprechende Hygienekonzepte erstellt. Als Konsequenz daraus hätten in den Wahlräumen nur zwei Menschen gleichzeitig ihre Stimme abgeben können. Auch in vielen weiteren Städten und Gemeinden im Land mussten die Wählenden zum Teil viel Geduld mitbringen.

Wahlleiter erwägt dritte Wahlkabine am 26. September

"Das hat nur bedingt gut funktioniert", resümierte Köller am Montag. Er und sein Team würden das aufarbeiten. Für die Bundestagswahl am 26. September und die gleichzeitig stattfindende Stichwahl um die Regionspräsidentschaft in zwei Wochen denkt Köller darüber nach, alle Wahllokale mit einer weiteren Wahlkabine auszustatten. Mehrere Wählerinnen und Wähler äußerten Kritik an der Organisation der Kommunalwahl. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) zeigte Verständnis für den Unmut: "Dass solche Wartezeiten für die Bürgerinnen und Bürger nicht akzeptabel sind, liegt auf der Hand", sagte der Sozialdemokrat bei seiner Wahlbilanz in der Landespressekonferenz.

Stadt Braunschweig bedauert lange Wartezeiten

Auch in Braunschweig mussten etliche Wählerinnen und Wähler viel Geduld mitbringen. Nach Angaben der Stadt kam es teilweise zu sehr langen Warteschlagen. Begründet wurde dies mit Corona-Vorgaben und den komplexen Stimmzetteln. In einer Mitteilung gelobten die Verantwortlichen Besserung. Das Wahlamt werde in den nächsten Tagen prüfen, welche Vorkehrungen zur in zwei Wochen anstehenden Bundestagswahl und OB-Stichwahl noch getroffen werden können, hieß es. Die Örtlichkeiten würden nochmals auf mögliche Veränderungen geprüft. "Wir können sehr gut nachvollziehen, dass es wegen der Wartezeiten am Sonntag für viele ein sehr aufwändiger Wahltag war, und dies auch zu Verärgerung geführt hat", sagte der stellvertretende Wahlleiter Hermann Klein. "Ich bedaure das, und danke allen für ihre Geduld und ihr Verständnis."

Wahllokale in Osnabrück schließen verspätet

Auch in Osnabrück bildeten sich laut eines Sprechers vor vielen Wahllokalen lange Schlangen. Das hatte zur Folge, dass die letzten erst nach 19 Uhr schließen konnten und sich die Auszählung der Stimmen entsprechend verzögerte.

Politologe sieht keine systematischen Probleme

Der Göttinger Politikwissenschaftler Andreas Busch geht nicht davon aus, dass es systematische Probleme beim Wählen gab. "Natürlich hat die Pandemie das Ganze erschwert", sagte er. Auch er habe sich gefragt, warum nicht mehr Wahlkabinen aufgestellt wurden.

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