Stand: 22.08.2018 15:13 Uhr

Weil nennt Verhalten von Enercon "nicht akzeptabel"

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat die Geschäftsführung des Windenergieanlagenherstellers Enercon scharf kritisiert. "Dass Enercon Minister von der Bundes- und Landesebene brüskiert und nicht bereit ist, mit ihnen zu reden, ist nicht akzeptabel", sagte Weil am Mittwoch nach einem Treffen mit rund 20 Enercon-Betriebsräten in Hannover. Der geplante Stellenabbau sei nicht hinnehmbar, fügte der SPD-Politiker an. In Deutschland sei es üblich, dass ein Konzern auch für seine Mitarbeiter einstehe - unabhängig davon, in welchem Unternehmenszweig sie beschäftigt seien.

Bernd Althusmann von der CDU

Landtag: Debatte um den Enercon-Stellenabbau

Hallo Niedersachsen -

Beim Windradhersteller Enercon stehen rund 800 Jobs auf dem Spiel. Im Landtag wurde über das Verhalten des Unternehmens debattiert.

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"Einfach nur noch beschämend"

Der niedersächsische Landtag hat sich am Mittwoch in einer aktuellen Stunde mit dem geplanten Abbau von bundesweit bis zu 835 Stellen - die meisten davon in Niedersachsen - beschäftigt. Die Kritik an dem Windradhersteller ist parteiübergreifend groß. Der Konzern fühlt sich für den Stellenabbau in den Zulieferbetrieben nicht zuständig und lehnt deshalb direkte Verhandlungen mit Betriebsräten und Gewerkschaften ab. Die Unternehmensführung von Enercon hat sich bislang ebenfalls nicht an Krisengesprächen mit Vertretern von Politik und Gewerkschaften beteiligt. Der Auricher Betriebsrat Heiner Kleen nannte das Verhalten der Enercon-Geschäftsführung gegenüber NDR 1 Niedersachsen "einfach nur noch beschämend".

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Tagesordnung des Landtags August 2018

Hier finden Sie die Tagesordnung zum Landtag August 2018. Download (84 KB)

Rund 5 Millionen Euro Fördergeld

Dass Enercon die betroffenen Geschäftsbereiche als Zulieferbetriebe behandle, sei nicht akzeptabel, sagte Weil. Auch CDU-Wirtschaftsminister Althusmann appellierte eindringlich an Enercon, Gespräche mit Politik und Gewerkschaften zu führen. Die Auricher Firma habe in den vergangenen Jahren vom Land rund 5 Millionen Euro Fördergeld bekommen, so der Minister. Darum erwarte er, dass die Geschäftsleitung sich an der Lösungsfindung beteilige. Die Landesregierung wolle helfen, die angekündigten Stellenstreichungen abzumildern, sagte der Wirtschaftsminister im Landtag. Ganz aufhalten könne man den Arbeitsplatz-Abbau aber nicht.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 22.08.2018 | 14:00 Uhr

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