"Bitte Abstand halten" steht an einer Weihnachtsmarkt-Bude auf dem Marktplatz. © dpa Foto: Philipp Schulze

Weihnachtsmärkte: Städtetag kritisiert 3G-Kontroll-Regeln

Stand: 11.10.2021 14:34 Uhr

Auf Niedersachsens Weihnachtsmärkten gilt für Fahrgeschäfte und Gastronomie in diesem Jahr das 3G-Modell. Der niedersächsische Städtetag kritisiert die Regeln des Landes als nicht praktikabel.

Laut Verordnung sind die Betreiber von Weihnachtsmärkten beziehungsweise von Fahrgeschäften und gastronomischen Betrieben angehalten, die Nachweise selbst zu kontrollieren oder Bändchen oder Stempel an einem zentralen Stand einzuführen. Als Option besteht die Möglichkeit, das Gelände einzuzäunen und mit zentralen Ein- und Ausgängen zu versehen. "Eine Einzäunung des Marktes mit Zugangskontrollen widerspricht dem Charakter der Weihnachtsmärkte. Die alternativ vorgeschlagene Bändchen-Ausgabe ist organisatorisch aufwendig, personal- und damit sehr kostenintensiv", sagte Städtetagspräsident Ulrich Mädge (SPD) in einer am Montag verbreiteten Mitteilung.

Städtetag befürchtet erhöhtes Konfliktpotenzial

Der Städtetag sieht nicht nur die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Pflicht. "Die Überwachung allein durch die Standbetreiber halten wir für schlicht ungeeignet. Diese Kontrollmaßnahmen können wegen der damit verbundenen Wartezeiten zu großem Unmut bei den Besuchern und zu erheblichen Konflikten zwischen Besuchern den Standbetreibern führen", sagte Städtetags-Vize Frank Klingebiel (CDU). Die neue Corona-Verordnung, in der die Weihnachtsmarkt-Regelung aufgeführt ist, gilt seit vergangenem Freitag. Demnach sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren vom 3G-Modell ausgenommen.

Was bedeutet die 3G-Regel?

Nur Geimpfte, Genesene oder Getestete (3G) erhalten Zutritt zu Innenräumen von Behörden und anderen Einrichtungen wie Restaurants, Kinos, Fitnessstudios oder Krankenhäusern. Ausgenommen sind Kinder unter sieben Jahren und minderjährige Schüler, die regelmäßig getestet werden. Bei einem niedrigen Corona-Risiko kann die Regelung ausgesetzt werden. Antigen-Schnelltests dürfen nicht älter als 24 Stunden sein, PCR-Tests nicht älter als 48 Stunden. Gäste von Beherbergungseinrichtungen müssen bei der Anreise einen negativen Test vorweisen und diesen alle 72 Stunden wiederholen. Bei der 2G-Regel reicht ein Test nicht aus, hier haben nur Geimpfte oder Genesene Zutritt.

Land argumentiert mit flexiblen Leitplanken

Das Land verweist auf die große Flexibilität für die Kommunen. Mit der 3G-Regel gebe Niedersachsen "klare Leitplanken" vor, hatte Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) argumentiert. Gleichzeitig werde den Kommunen ermöglicht, "flexible und situationsangepasste Regelungen zu treffen", so die Ministerin. Das betreffe unter anderem den Abstand der Buden untereinander. Grundsätzlich gilt ein Mindestabstand von zwei Metern. Allerdings könne das jede Kommune für sich auch anders entscheiden: "Je nach den örtlichen Verhältnissen kann die zuständige Behörde geringere oder größere Mindestabstände vorsehen", hieß es.

Schausteller freuen sich auf Arbeit

Die Schausteller sehen die Verordnung offenbar nicht so problematisch wie der Städtetag. Die Zeit der Bedenkenträger sei nun vorbei, jetzt komme die Zeit der Macher, hatte Oldenburgs Schaustellerpräsident Michael Hempen dem NDR in Niedersachsen in der vergangenen Woche gesagt. Städte wie Osnabrück, Buxtehude und Uelzen wollen in diesen Tagen entscheiden, welche Kontrollmechanismen sie für ihre Weihnachtsmärkte einführen wollen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 11.10.2021 | 16:00 Uhr

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