Stand: 28.07.2020 06:59 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Volksbegehren: NABU beklagt Übergriffe von Bauern

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Laut NABU soll es an Infoständen zu Übergriffen von Landwirten gekommen sein. (Archivbild)

Naturschützer werden bei ihrem Einsatz für das Volksbegehren Artenvielfalt nach Angaben des NABU immer wieder massiv von Landwirten gestört. Bürger, die das Volksbegehren unterschreiben wollen, seien teilweise persönlich angegangen und daran gehindert worden, sagte der NABU-Mitarbeiter Philip Foth. Damit sei das Maß des Erträglichen überschritten worden.

Volksbegehren Artenvielfalt: Bauern und NABU streiten

Hallo Niedersachsen -

Schlechte Stimmung: Die Landwirte beklagen, der "Niedersächsische Weg" sei fast unterschriftsreif gewesen. Der NABU spricht von Absichtserklärungen und hat ein Volksbegehren gestartet.

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Landwirte halten Menschen laut NABU vom Unterschreiben ab

"Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an unseren Infoständen beobachten eine gezielte Eskalation von Seiten der Landwirte, die zum Teil mit falschen Behauptungen die Menschen vom Unterschreiben des Volksbegehrens abhalten wollen", sagte Foth, der das Volksbegehren landesweit koordiniert. Es sei natürlich völlig in Ordnung, wenn Landwirte in der Nähe einen eigenen Stand aufmachen und die Menschen über ihre Sicht der Dinge informieren. In den vergangenen Monaten seien von den Landwirten allerdings mehrfach Grenzen überschritten worden.

Bauernverband: "Alles vernünftig abgelaufen"

Von Ärger habe er nichts gehört, sagte hingegen Thorsten Riggert, Vorsitzender des Bauernverbands Nordostniedersachsen, zu NDR 1 Niedersachsen. In Orten, wo Unterschriften gesammelt wurden, "waren wir als Landwirte auch präsent und haben den Bürgern erklärt, was der Niedersächsische Weg ist und dass es kein Volksbegehren vom NABU braucht", so Riggert. "Das ist aber alles vernünftig abgelaufen, ohne Ärger." Zugleich verurteilte Riggert das Volksbegehren Artenvielfalt mit deutlichen Worten: "Das ist eine Frechheit. Wenn man zusammen am Tisch sitzt und einen Kompromiss ausarbeiten will - mit Regierung, Landwirtschaft, Landwirtschaftskammer, mit dem BUND und dem NABU selber -, dann gehört es sich nicht, so eine einseitige Sache loszutreten."

Initiatoren wollen Änderung des Naturschutzrechts

Mit dem Volksbegehren will ein Bündnis von Umweltschutzorganisationen und den Grünen mehr Vielfalt in der Landschaft, weniger Pestizide, artenreiche Wiesen und einen naturnahen Wald erreichen. Den Initiatoren zufolge ist das Ziel, das Niedersächsische Naturschutzrecht zum Wohl der Artenvielfalt zu ändern.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional | 27.07.2020 | 17:00 Uhr

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