Stand: 28.09.2016 08:53 Uhr

Unterirdischer "Suedlink"-Verlauf kommt gut an

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Für Niedersachsen gibt es eine westliche Variante über Verden und eine östliche über Winsen (Aller).

Der unterirdische Verlauf der Stromtrasse "Suedlink", den die Netzbetreiber Tennet und TransnetBW am Dienstag vorgestellt haben, kommt in den betroffenen Regionen durchweg positiv an. "Wir freuen uns über den Erfolg unseres Engagements", heißt es in einer Erklärung der 20 Landkreise von Niedersachsen bis Bayern, die lange gegen eine oberirdische Leitung gekämpft haben. Bei der Trassensuche sei jetzt ein deutlich besseres Verfahren gewählt worden. Für Niedersachsen stehen zwei unterschiedliche Trassenverläufe im Raum. Die eine Variante führt westlich von Stade, Hannover und Göttingen in Richtung Süden. Die andere würde östlich an Winsen (Aller), Hannover, Hildesheim und Northeim entlang in Richtung Süden verlaufen.

Umweltaspekte weiter kritisch im Blick

"Wenn das bei uns vorbeigeht, dann ist das halt so", sagte Rolf Pfeiffer (SPD), der Bürgermeister von Elze. Natürlich müssten dabei alle gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden, wie der Abstand zur Wohnbebauung und der Gewässerschutz. Gert Bindernagel von der Bürgerinitiative (BI) Jeinsen (Region Hannover) sieht das Erdkabel ebenfalls positiv. Aber man werde jetzt genau beobachten, wie die Umweltaspekte bei den Planungen berücksichtigt werden. Auch Detlef Schallhorn (parteilos), der Bürgermeister von Seelze (Region Hannover), findet den Verzicht auf die oberirdische Verkabelung gut. Allerdings habe auch die unterirdische Variante nicht nur Fürsprecher, sagte er.

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Südlich von Hannover führt die westliche Trasse über Einbeck, die östliche über Northeim.

Große Erleichterung herrscht vor allem im Weserbergland. Die ursprünglich geplante Trasse durch diese Region ist vom Tisch. Der Schaumburger Landrat Jörg Farr (parteilos) begrüßte die neuen Planungen, die darauf gerichtet seien, die Belastungen für Mensch und Umwelt gering zu halten. Auch Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel und der für die Raumordnung zuständige Landwirtschaftsminister Christian Meyer (beide Grüne) lobten die Lösung durch Erdverkabelung als "vollen Erfolg".

Bürger sollen Einwände einreichen können

Netzbetreiber Tennet will bei dem Projekt die Bürger beteiligen. Das Unternehmen plant 30 Informationsveranstaltungen entlang der Strecke, auf denen die Bürger Einsprüche und Hinweise einreichen können. Den möglichen Verlauf der Trassen, die den Strom von der Küste nach Süddeutschland transportieren sollen, können sie sich vorher im Internet anschauen. Konkrete Vorschläge haben die Netzbetreiber Tennet und TransnetBW am Dienstag veröffentlicht.

Kommendes Jahr soll Verlauf geklärt sein

Ab Frühjahr werden die möglichen Kabelkorridore von der Bundesnetzagentur geprüft. Der exakte Verlauf der Stromautobahnen "Suedlink" und "Suedostlink" von Schleswig-Holstein nach Baden-Württemberg sowie nach Bayern sollen erst in einigen Jahren festgelegt werden. 2017 werden zunächst die Anträge erwartet. Bis 2025 sollen sie betriebsbereit sein und Strom aus Windparks im Norden in den industriereichen Süden transportieren. Die Verbindungen gelten als essenziell für die Energiewende in Deutschland.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 28.09.2016 | 08:00 Uhr