Zwei Mitarbeiter gehen vor aufgewickelten Metallbändern, sogenannten Coils, in einer Halle auf dem Gelände der Salzgitter AG entlang. © picture alliance/dpa Foto: Hauke-Christian Dittrich

Umfrage: Stimmung in der Wirtschaft ist gemischt

Stand: 15.10.2021 19:40 Uhr

Die Lage der niedersächsischen Wirtschaft hat sich im dritten Quartal weiter verbessert. Das ergab eine Umfrage der Industrie- und Handelskammern Niedersachsen (IHKN).

Demnach schätzen 37 Prozent der befragten Betriebe ihre Geschäftslage als gut ein, weitere 52 Prozent sind zufrieden. Problematisch bleiben aber Material- und Fachkräftemangel. Betroffen sind hier insbesondere das Baugewerbe und die Gastronomie. Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) sagte mit Blick auf die Umfrage: "Die heutigen Ergebnisse der IHKN-Umfrage zeigen - unsere niedersächsische Wirtschaft kommt erkennbar besser aus einer schwierigen Krise als noch im letzten Jahr vermutet."

Steigende Energiepreise bereiten der Wirtschaft Sorgen

Für die Zukunft ist Niedersachsens Wirtschaft trotz gelockerter Corona-Regeln nicht sehr zuversichtlich. Nur 19 Prozent der Betriebe erwarten laut der jüngsten Konjunkturumfrage eine günstigere Entwicklung, dagegen stellen sich 22 Prozent der Unternehmen in nächster Zeit auf schlechtere Geschäftsbedingungen ein. Eine Mehrheit von 60 Prozent der befragten Firmen im Land sieht derweil keine größeren Veränderungen auf sich zukommen. Steigende Rohstoff- und Energiepreise sind für mehr als 60 Prozent der befragten Unternehmen eines der Top-Risiken.

Fachkräftemangel betrifft alle Branchen

"Die Lage nach 18 Monaten Corona ist nicht so gut, wie sie sein könnte", sagte IHKN-Hauptgeschäftsführerin Maike Bielfeldt bei der Vorstellung der Zahlen. "Viele Unternehmen würden gern mehr produzieren, haben aber keine Vorprodukte. Und viele suchen Personal, meistens Fachkräfte, manchmal Hilfskräfte, die einfach mit anpacken. Das bremst die Wirtschaft." Vor allem der im Nordwesten wichtige Tourismus und die Gastronomie bekämen nicht mehr genügend Leute. Fachkräftemangel ist ein Problem, das nicht nur die Gastronomie betrifft. Über alle Branchen beklagte mehr als jedes zweite Unternehmen, offene Stellen nicht besetzen zu können.

Videos
Ein Treppenhaus in einem Rohbau.
7 Min

Baubranche: Materialmangel wird zum Problem

Wenn eine Komponente fehlt, fängt der ganze Bauplan an zu wackeln. (12.06.2021) 7 Min

Althusmann: Lieferengpässe werden sich auflösen

Althusmann sagte, es sei sehr erfreulich, dass die aktuelle Lage von einer deutlichen Mehrheit der niedersächsischen Unternehmen als gut oder zufriedenstellend beurteilt werde. Er teile die Einschätzung der IHKN, dass sich die Material- und Lieferengpässen in den kommenden Monaten weiter auflösen werden. Der Fachkräftemangel sei jedoch demografisch bedingt und werde weiter zunehmen. "Hier sind wir gemeinsam mit unseren Unternehmen gefordert“, so Althusmann.

Weitere Informationen
Ein Mitarbeiter reinigt im Stahlwerk der Salzgitter AG eine Roheisenpfanne. © picture alliance/dpa Foto: Hauke-Christian Dittrich

Niedersachsens Wirtschaft im ersten Halbjahr gewachsen

Das BIP stieg um 3,9 Prozent. Nur zwei Bundesländer wuchsen noch stärker. Doch eine Branche litt weiterhin. (24.09.21) mehr

Ein symbolisches Konjunkturpaket ist geschnürt. © picture-alliance/ ZB Foto: Patrick Pleul

IHKN-Umfrage: Konjunktur in Niedersachsen erholt sich

Vielen Firmen geht es infolge der Corona-Lockerungen wieder besser. Nun ruhen die Hoffnungen auf den Impfungen. (16.07.21) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 15.10.2021 | 14:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

Ein Covid-19 Patient liegt in einem isoliertem Intensivbett-Zimmer. © picture alliance/dpa Foto: Sven Hoppe

Warnstufe 2: Corona-Patienten in jedem zehnten Intensivbett

Der Indikator für die Belegung von Betten auf Intensivstationen in Niedersachsen steigt auf die nächste Warnstufe. mehr