Stand: 20.01.2019 11:35 Uhr

Steuerbescheide: Niedersachsen warten am längsten

Groß sind die Unterschiede, wenn es um die Dauer der Bearbeitung von Steuererklärungen geht. (Symbolbild)

Wer hat die schnellsten Finanzbehörden? Niedersachsen jedenfalls nicht, wenn man die Bundesländer miteinander vergleicht. Hier dauert die Bearbeitung von Steuererklärungen bundesweit am längsten: Durchschnittlich 65,7 Tage brauchten die niedersächsischen Finanzämter im vergangenen Jahr je Bescheid. Das geht aus der Auswertung von mehr als 300.000 anonymisierten, über das Internet-Portal "Lohnsteuer-kompakt.de" erstellten Steuererklärungen hervor. Und es dauert sogar immer länger: Waren es 2015 noch 58,6Tage, so war es im Jahr darauf schon einer mehr. 2017 brauchten die Ämter bereits 62,6 Tage. Im Spitzenreiter-Bundesland Saarland brauchten die Finanzbeamten im vergangenen Jahr hingegen nur 48,7 Tage. Mit diesem Wert kann jedoch auch Niedersachsen mithalten - wenn man auf die kommunale Ebene runtergeht.

Hier geht es am schnellsten

So dauerte es in Papenburg im Schnitt sogar nur 44,9 Tage, bis Steuerzahler ihren Bescheid erhielten. Auf den weiteren Plätzen folgen

  • Wittmund (45,7 Tage)
  • Alfeld (49,1)
  • Rotenburg (50,2)

Hier dauert es am längsten

Sehr viel länger dauerte es in Nienburg: Nach durchschnittlich 83,7 Tagen waren die Steuerbescheide fertig. Fast genauso lang dauerte es in

  • Stadthagen (83,2)
  • Nordenham (81,0)
  • Hildesheim (79,6)
  • und Wolfenbüttel (78,9)

Niedersachsen will sich verbessern

Unterschiedlich lange Bearbeitungszeiten für Steuererklärungen könnten viele Ursachen haben, sagte ein Sprecher des Finanzministeriums. Dazu gehörten unterschiedliche Ausfallzeiten etwa wegen Krankheit und Elternzeit oder "Abweichungen in der personellen Besetzung". Auch Differenzen im Besucherverkehr und im Abgabeverhalten - elektronisch oder auf Papier - seien mögliche Ursachen. "Ob und inwieweit längere Bearbeitungszeiten für den Bürger ein Ärgernis darstellen, hängt sicherlich auch von der Frage ab, ob eine Erstattung erwartet oder eine Nachzahlung befürchtet wird." Außerdem sei bei einem Ranking nach Bearbeitungszeiten der Fokus auf die Quantität gerichtet, meinte der Sprecher. Die Qualität, also die sachliche Richtigkeit der Steuererklärung, werde dabei schnell hinangestellt. Dennoch: "Niedersachsen ist bestrebt, seine im Ländervergleich längeren Durchlaufzeiten im Arbeitnehmerbereich zu verkürzen", sagte der Sprecher.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 20.01.2019 | 10:00 Uhr

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