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Salzlösung statt Biontech gespritzt: 118 Betroffene getestet

Stand: 05.05.2021 21:04 Uhr

In Friesland sind am Mittwoch 118 Menschen zu einem Antikörpertest erschienen. Sechs von ihnen war im Impfzentrum Roffhausen statt eines Impfstoffes Kochsalzlösung gespritzt worden.

Die Termine seien wie geplant wahrgenommen worden, teilte eine Kreissprecherin am Mittwoch in Jever mit. Mit den Tests soll überprüft werden, wer bereits eine erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten hat. Die Aktion ist deshalb notwendig, weil eine Mitarbeiterin des Impfzentrums eingeräumt hatte, vor zwei Wochen sechs Spritzen statt mit Biontech-Impfstoff nur mit Kochsalzlösung gefüllt zu haben. Nach Behördenangaben war ihr beim Anmischen des Vakzins ein Fläschchen mit Biontech heruntergefallen, was sie vertuschen wollte. Gegen die Frau wird ermittelt.

Gesamtzahl der Betroffenen steigt auf 118

Nach Kreisangaben wurde bei 118 erstgeimpften Personen Blut abgenommen - zum Impfzentrum nahe Schortens kamen 78 Personen, zum Kreisdienstleistungszentrum in Varel 40 Personen. Zunächst hatte der Landkreis von Tests bei 117 Personen berichtet. Eine Person wurde nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes am Mittwoch nachgemeldet und soll zusätzlich getestet werden. Noch am Abend sollten die Proben an das Landesgesundheitsamt geschickt werden. Mit Ergebnissen rechnet der Kreis voraussichtlich bis kommenden Montag.

Kreis will nach Absprache dritte Impfung anbieten

Personen bei denen keine Antikörper nachgewiesen werden sollen dann am 12. Mai nachgeimpft werden. Für etwa 80 Betroffene, die bei dem Vorfall am 21. April eine Zweitimpfung erhielten, kommen Antikörpertests nach Angaben der Kreisverwaltung nicht infrage. Über diese Tests lasse sich demnach nicht eindeutig feststellen, ob Antikörper von einer ersten oder zweiten Impfung vorliegen. Der Kreis will den Betroffenen in Absprache mit dem Landesgesundheitsamt und der Ständigen Impfkommission (STIKO) daher eine dritte Impfung anbieten, falls nach dem Impftermin am 21. April keine starke Impfreaktion aufgetreten sein sollte. Auf diese Weise soll auch der Impfschutz der Menschen mit zweiter Impfung sichergestellt werden.

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