Stand: 27.09.2018 16:53 Uhr

Polizei überprüft 268 "Cold Cases"

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Einige ungelöste Fälle liegen mehrere Jahrzehnte zurück - die Polizei in Niedersachsen nimmt sich ihrer nun wieder an.

Die Polizei in Niedersachsen überprüft 268 seit Langem ungeklärte Tötungsdelikte sowie 26 alte Vermisstenfälle, bei denen ein Gewaltverbrechen vermutet wird. Dabei ist die Rede von sogenannten "Cold Cases". Die Fälle gelten als "kalt", wenn nach über einem Jahr kein Täter gefasst ist oder es keine heiße Spur gibt. Zur Bearbeitung dieser "Cold Cases" hat das Landeskriminalamt ein Konzept erstellt, das das Innenministerium am Donnerstag in Hannover vorgestellt hat.

Einige Personen stehen auf einer Bühne.

Polizei befasst sich mit "Cold Cases"

Hallo Niedersachsen -

Trotz neuer DNA- und Spurentechnik gibt es in Niedersachsen 268 ungeklärte Mordfälle, sogenannte Cold Cases. Die Polizei nimmt sich ihrer nun wieder an.

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Alte Fälle mit modernster Kriminaltechnik lösen

Vorgesehen ist nun, die teils noch in Aktenordnern erfassten "Cold Cases" aus den vergangenen Jahrzehnten nach festgelegten Kriterien zu erfassen. Danach soll eine Auswahl der Fälle getroffen werden, bei denen eine Neuaufnahme der Ermittlungen lohnenswert erscheint. Ausgewählte Altfälle sollen insbesondere mit Mitteln modernster Kriminaltechnik noch einmal aufbereitet werden. Zum Beispiel sollen um Jahrzehnte alte Asservate einer DNA-Untersuchung unterzogen werden. Außerdem hoffen die Polizisten über eine gemeinsame Datenbank eventuelle Zusammenhänge von Fällen zu finden: Eventuell hat der Beamte in Osnabrück das Puzzleteil, das einem Beamten in Lüneburg noch fehlt.

Die "Cold Cases" werden vor Ort bearbeitet

Anders als etwa Hamburg hat sich Niedersachsen gegen eine zentrale Sonderermittlungsgruppe, eine "Cold-Case-Unit", entschieden. Das Bearbeiten der Altfälle soll weiterhin in der Hand der jeweiligen Polizeidienststellen im Land liegen, also bei den Direktionen in Osnabrück, Oldenburg, Lüneburg, Hannover, Braunschweig und Göttingen. Laut Landesregierung würden die Entfernungen zwischen den einzelnen Direktionen zu groß sein, als dass sich eine Zentrale lohnen würde. Der Innenexperte Jan-Christoph Oetjen (FDP) fordert trotzdem mehr Personal. Er befürchte, dass die einzelnen Polizeidirektionen schon genug mit ihrer alltäglichen Arbeit beschäftigt sind und keine Zeit für alte Fälle bleibe.

Ältester Fall aus dem Jahr 1947

Das älteste ungeklärte Tötungsdelikt in der Fallsammlung stammt aus dem Jahr 1947. Es handelt sich dabei um einen Raubmord im Landkreis Lüneburg. Aber es sind auch jüngere Fälle dabei, wie ein Vermisstenfall aus dem Jahr 2008. Eine 18-Jährige aus Nienburg wird zuletzt bei ihrem Freund in Celle gesehen. Die Polizei ermittelte zuerst gegen den Freund, durchsuchte mehrere Waldgebiete und stemmte die Boden des elterlichen Wohnhauses auf. Alles ohne Erfolg. Die Beamten, die an den "Cold Cases" arbeiten, versuchen diese ungelösten Fälle nun aufzuklären.

Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 27.09.2018 | 19:30 Uhr

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