Stand: 05.06.2020 06:00 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Niedersachsen weitet Corona-Tests aus

Der massive Ausbruch des Coronavirus in Göttingen sei eine "echte Herkulesaufgabe" für die Gesundheitsbehörden - das sagte Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) am Donnerstag. Die Ausbreitung des Virus entwickele dabei eine "verhängnisvolle Dynamik". Um bei solchen Infektionsgeschehen künftig schnell reagieren zu können, will Niedersachsen jetzt seine Teststrategie ausweiten: Die Testungen sollen künftig auf symptomlose Personen ausgeweitet werden, wenn ein akuter Anlass besteht. Die Stichproben fokussieren sich laut Reimann dabei auf Beschäftigte in Pflegeheimen und ambulanten Pflegediensten. Auch in Kitas der Regionen mit besonders hohem Infektionsdruck soll ein solches Screening angeboten werden.

Im akuten Fall: Tests bei allen Bewohnern und Beschäftigten

Weiterhin gelte allerdings: "Wir testen konsequent und anlassbezogen", sagte die Ministerin in der gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Präsidenten des Landesgesundheitsamtes, Matthias Pulz, in Hannover. Mit dem Fokus auf den Bereich Pflege sollen jetzt vor allem die Beschäftigten in dieser besonders gefährdeten Gruppe besser geschützt werden - sie könnten eben nur selten den Mindestabstand einhalten, so Reimann. Tritt das Virus in einer Pflegeeinrichtung auf, sollen alle Beschäftigten und Bewohner getestet werden. Um die Infektionsketten besser erforschen zu können, sollen in diesen Einrichtungen zudem Antikörpertests gemacht werden, wenn das Infektionsgeschehen zwei bis drei Wochen zurückliegt.

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Niedersachsen will Vorreiter sein

In Landkreisen, die mit 35 oder mehr Infizierten pro 100.000 Einwohner zu kämpfen haben, soll es künftig präventive Tests geben: Beschäftigte in der Pflege und in Kindertagesstätten können sich testen lassen - auch wenn sie symptomfrei sind. Sie sollen damit Gewissheit über den eigenen Status bekommen. Vor allem gehe es aber darum, das Verhalten des Virus und Ansteckungsketten besser kennenzulernen. "Niedersachsen nimmt damit bundesweit eine Vorreiterrolle ein," so Reimann.

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"Risiko ist weiterhin hoch"

Die neue Teststrategie soll dabei weder die Hygiene noch andere Schutzmaßnahmen ersetzen, sagte Reimann. Der gemeinsame Erfolg der vergangenen Wochen und die sinkenden Infektionszahlen dürften nicht gefährdet werden. "Das Risiko ist noch immer hoch, wenn die Abstandsregeln nicht eingehalten werden", sagte die Ministerin.

Sinkende Infektionszahlen - aber schnellere Ausbreitung

Trotz rückläufiger Infektionszahlen versuchen die Gesundheitsbehörden, ein rapides Anwachsen von Infektionsherden zu verhindern. Diese Gefahr hat mit den Lockerungen zugenommen, da Betroffene etwa in Schulen, Freizeiteinrichtungen oder bei Einkauf und Arbeit wieder mehr Kontakt zu anderen Menschen haben als während des strengeren Kontaktverbotes zuvor.

Aktuell sind in Niedersachsen 12.232 Menschen mit dem Coronavirus infiziert - 95 mehr als einen Tag zuvor. 10.576 sind inzwischen genesen. 344 Personen werden in Krankenhäusern behandelt - 64 von ihnen auf Intensivstationen, 29 werden künstlich beatmet.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 04.06.2020 | 08:00 Uhr

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