Stand: 02.01.2020 12:41 Uhr

Niedersachsen: Zahl der Akademiker im Beruf steigt

Ein Poster mit Azubis gesucht im Vordergrund und junge Menschen im Hintergrund. © dpa-Bildfunk Foto: Martin Schutt
Angesichts des Fachkräftemangels hoffen die Handwerkskammern in Niedersachsen, dass mehr Schulabgänger eine Ausbildung beginnen. (Themenbild)

In Niedersachsen ist der Anteil der Akademiker unter den Berufstätigen erneut leicht gestiegen. Wie aus dem aktuellen Niedersachsen-Monitor hervorgeht, hatten 18,2 Prozent der Erwerbstätigen im Jahr 2018 einen Hochschul- oder Fachhochschulabschluss. 2010 lag die Quote der hochqualifizierten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer noch bei 8,4 Prozent. Über die Jahre ist sie stetig gestiegen. Diesen Anstieg führt das Landesamt für Statistik (LSN) darauf zurück, dass die jungen Erwerbstätigen zumeist höher qualifiziert sind als die älteren, die aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Bundesweit liegt der Anteil der Akademiker unter den Beschäftigten mit 21,5 Prozent noch höher als in Niedersachsen.

"Bildungspolitik einseitig auf Abitur ausgerichtet"

"Die Entwicklung überrascht nicht wirklich", sagte die Hauptgeschäftsführerin der Landesvertretung der Handwerkskammern Niedersachsen (LHN), Hildegard Sander. Über viele Jahre sei die Bildungspolitik einseitig auf das Abitur ausgerichtet gewesen. Deshalb sei es für viele der erstrebenswerte Abschluss "ganz unabhängig, ob dieser Weg den Talenten, den Fähigkeiten und der Begeisterung der jungen Menschen entspricht", so Sander. Dabei verfüge Deutschland neben dem akademischen Angebot auch über ein breites duales Ausbildungssystem. Vielfach würden die Chancen noch nicht gesehen, die das berufliche Bildungssystem biete.

Handwerkskammern setzen auf die Schulen

Doch Sander erkennt mittlerweile aber eine veränderte Haltung der Abiturienten: Während ihr Anteil unter den Auszubildenden in Niedersachsen im Jahr 2010 noch bei 4,9 Prozent lag, sind es mittlerweile 12,3 Prozent. Vielfach sei das Einkommen im Handwerk recht gut, sagte Sander. "Jeder dritte Meister oder Techniker verdient mehr als ein Bachelor." Trotzdem fehlt der Nachwuchs im Handwerk. Deshalb hoffen die Handwerkskammern auf mehr Unterstützung von den Schulen. An allen Schulformen sollte eine breite Berufsorientierung angeboten und die verschiedenen Berufe zeitgemäß vermittelt werden, sagte Sander. Vor allem Gymnasien hätten in diesem Bereich viel aufzuholen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 02.01.2020 | 06:00 Uhr

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