VIDEO: Der Jahresrückblick 2021 für Niedersachsen (Teil 4) (7 Min)

Nicht nur Corona: Das war das Jahr 2021 in Niedersachsen

Stand: 29.12.2021 20:41 Uhr

Lockdown, Homeschooling, Impfkampagne, Querdenker, Schnelltests: Das Jahr 2021 stand wieder im Zeichen der Corona-Pandemie. Doch auch andere Schlagzeilen sorgten in Niedersachsen für Aufsehen.

Keine großen Partys, eher Anstoßen im eigenen Haushalt und digitales Raclette: Das Jahr startet für die Menschen in Niedersachsen im Lockdown, der mit einer Verlängerung bis ins Frühjahr andauern wird. Mitten in dieser Zeit sorgt Anfang Januar eine Nachricht für großes Aufsehen: der Anschlag auf die Braunschweiger Landesaufnahmebehörde. Am 9. Januar brennen dort mehrere Fahrzeuge, die Täter werden im linksextremen Spektrum vermutet. In den Kampf gegen die Corona-Pandemie kommt dann Ende Januar Bewegung: Impfportal des Landes vergibt die ersten Termine.

Wintereinbruch mit Schneemassen

Das hat Niedersachsen ziemlich lange nicht mehr erlebt: Schnee soweit das Auge reicht. Gut zwei Wochen lang türmt sich der Schnee im Land und stellt nicht nur die Deutsche Bahn vor eine große Herausforderung. Auch der ÖPNV in Hannover liegt einige Tage lahm. Für die Karnevalisten in Niedersachsen gibt es dann noch einmal schlechte Nachrichten: Wenn auch absehbar, ist die Absage des Braunschweiger Schoduvel ein harter Schlag für die Jecken. Doch: Er findet zumindest in Miniatur statt.

Abu Walaa, "Leinewelle", EM und Kommunalwahl

Am 24. Februar, nach dreieinhalb Jahren und mehr als 100 Zeugenaussagen, verurteilt das Oberlandesgericht Celle Ahmad A., der sich selbst "Abu Walaa" nennt, zu zehn Jahren Haft. Er soll junge Leute radikalisiert und in Kampfgebiete des IS geschickt haben. Im März legt dann Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) aus gesundheitlichen Gründen ihr Amt nieder - mitten in der Pandemie. Daniela Behrens (SPD) tritt ihre Nachfolge an. Niedersachsen findet seinen Weg aus dem Lockdown über einen Stufenplan, der nach und nach Lockerungen für die Menschen bringt. Im Juni fällt die Impf-Priorisierung, nun können sich alle einen Termin geben lassen. Und in Hannover beginnt der Bau der sogenannten Leinewelle, an der - wie an Münchens Eisbach - bald gesurft werden kann.

Niedersachsen helfen in Ahrweiler und Afghanistan

Der zweite Corona-Sommer kommt mit mehr Lockerheit daher, Tausende Italiener in Wolfsburg feiern den EM-Sieg ihrer Mannschaft und es finden wieder Konzerte statt - wenn auch mit Beschränkungen. Der Herbst bringt für Niedersachsen dann die Kommunalwahlen, die Stichwahlen finden zwei Wochen später parallel zur Bundestagswahl statt. Gorleben wird als Erkundungsbergwerk endgültig stillgelegt und die MHH und die Hochschule Osnabrück starten einen neuen Studiengang: die Hebammenwissenschaft. DRK, THW und andere Helfer unterstützen die Menschen in den Hochwassergebieten um Ahrweiler im Südwesten Deutschlands. Aus Wunstorf heben die A400M der Bundeswehr ab. Sie holen Menschen aus Afghanistan nach Niedersachsen, denen unter den Taliban größte Gefahr droht.

Die vierte Welle und 2G-Plus

Nach einem fast unbeschwerten Sommer rollt dann die vierte Corona-Welle über Niedersachsen - und das Land rüstet sich, abseits fehlender Impfstoff-Dosen und einer stagnierenden Quote der Erst- und Zweitgeimpften. Anfang November führt Hannover die 2G-Regel ein. Wenige Wochen später werden die Regeln im Bund und in Niedersachsen weiter verschärft. Warnstufen werden angepasst und mit steigender Inzidenz und der nun relevanten Hospitalisierungsrate wird der Alltag derer weiter beschränkt, die nicht geimpft sind. Doch auch vollständig Geimpfte müssen etwa auf Weihnachtsmärkten - so sie denn stattfinden - und Veranstaltungen neben ihrem Impf- oder Genesenen-Status auch einen negativen Test nachweisen. Im Dezember wird die 2G-Regel im Einzelhandel vom Oberverwaltungsgericht (OVG) Lüneburg vorläufig aufgehoben. Anschließend wird für den Einzelhandel eine FFP2-Maskenpflicht eingeführt. Sie gilt, sobald mindestens die Warnstufe 1 in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt ausgerufen wurde.

Omicron und die "Weihnachtsruhe"

Mit Blick auf die Omicron-Variante gilt in Niedersachsen eine "Weihnachtsruhe" ab dem 24. Dezember, die in der Bund-Länder-Konferenz beschlossene Zehn-Personen-Regel verschärft die Kontaktbeschränkungen sogar noch weiter. Mit Blick auf die Feiertage appelliert Ministerpräsident Stephan Weil (SPD): "Alle Bürgerinnen und Bürger in Niedersachsen bitte ich herzlich, sich die deutlichen Worte des Expertenrates und die dramatische Entwicklung in den europäischen Nachbarländern vor Augen zu führen und schon jetzt die eigenen direkten Kontakte freiwillig noch weiter einzuschränken."

Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 31.12.2021 | 19:30 Uhr

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