Stand: 17.01.2019 15:02 Uhr

Nach Lehrer-Brief: Tonne kündigt Entlastungen an

Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hat gegenüber NDR 1 Niedersachsen auf einen gemeinsamen Brief mehrerer Lehrerverbände in Niedersachsen reagiert. Sie hatten in ihrem Schreiben ihre Positionen zu Arbeitszeit, Druck und Gehälter dargelegt. Zudem warfen sie Tonne vor, seine Fürsorgepflicht zu verletzten. Hintergrund war eine Andeutung Tonnes im Landtag, dass Grundschullehrer nicht damit rechnen könnten, weniger zu unterrichten. Seit Jahren streiten Lehrer mit ihrem Arbeitgeber. Es gab Gerichtsverfahren und Demonstrationen. Tonne hatte angekündigt, auf die Lehrer zuzugehen. Diesen ging die Bereitschaft nicht weit genug. Nun sagte der Minister zum NDR, dass "wir Entlastungen schaffen müssen".

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Kultusminister Tonne möchte Lehrer entlasten

Tonne sagte demnach zu, die Lehrer entlasten zu wollen. "Das Niedersächsische Kultusministerium arbeitet intensiv daran, einen Dreiklang aus besserer Bezahlung, Entlastung im Alltag und Verbesserungen bei der Arbeitszeit umzusetzen", sagte Tonne. Ihm sei bewusst, dass die Arbeitsverdichtung in den vergangenen Jahren zugenommen habe. "Mir ist sehr daran gelegen, mit der GEW wie mit allen anderen Lehrerverbänden weitere Verbesserungen zu erreichen." Eine zeitnahe Umsetzung der Vorhaben sei aufgrund des Lehrkräftemangels schwierig. "Wir werden angesichts der Situation auf dem Lehrkräftearbeitsmarkt nicht alle Vorschläge sofort umsetzen können. Aber wir wollen die Umsetzung auch nicht auf die lange Bank schieben." Er fordert dafür eine "solide Zeitplanung".

Zu viel Druck, zu viel Arbeit, zu wenig Geld

Die Lehrer klagen über zu viel Druck. Sie wollen weniger unterrichten - und sie wollen besser bezahlt werden. In den kommenden Wochen sind dazu Gespräche mit Kultusminister Tonne geplant. Mit dem Brief unterstrichen die Verbände kurz vor den Gesprächen ihre Haltung. "Lehrerinnen und Lehrer aller Schulformen seien gezwungen, Abstriche bei der Qualität in Kauf zu nehmen, um ihre Arbeit überhaupt noch schaffen zu können", heißt es in dem Brief, der dem NDR vorliegt. "Und genau das nehmen Lehrkräfte als höchst belastend wahr." Unter anderem die Gewerkschaft GEW, der Lehrerverband VBE, der Schulleiter-Verband und der Grundschulverband fordern, der Minister müsse offen in die Gespräche gehen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 17.01.2019 | 06:00 Uhr

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