Stand: 27.04.2019 19:29 Uhr

NABU: Schutz vor Wölfen durch Zaun, Hund und Bund

Beim Thema Wolf prallen die Interessen von Weidetierhaltern und Wolfsschützern aufeinander. Naturschützer stehen irgendwo in der Mitte, wollen den Schutzstatus des Wolfes nicht aufweichen, sehen aber auch die Wichtigkeit der Weidetierhaltung für die Landschaftspflege. Der Naturschutzbund (NABU) versucht, beide Seiten miteinander zu versöhnen und fordert daher mehr Tempo beim Herdenschutz, wie es in einer Pressemitteilung des Bundesverbandes zum eigens ausgerufenen Tag des Wolfes kommenden Dienstag heißt. Ganz konkret und auf Landesebene hat der NABU im Rahmen des Projektes "Herdenschutz Niedersachsen" am Sonnabend nach Seesen im Harz eingeladen, um verschiedene Möglichkeiten des Herdenschutzes vorzustellen.

Pferdezüchterin Lena Kassebaum neben ihrem Weidezaun und den zwei Herdenschutzhunden.

NABU hilft Tierbesitzern beim Schutz vor Wölfen

Hallo Niedersachsen -

Der Wolf breitet sich in Niedersachsen aus. Der Naturschutzbund (NABU) empfiehlt Herdenschutzhunde und Zäune - und unterstützt Landwirte zudem bei deren Bau.

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Zäune, Netze, Hunde gegen den Wolf

Lena Kassebaum vom Verein für arbeitende Herdenschutzhunde in Deutschland (VAH) etwa informierte über Haltung und Arbeit mit Herdenschutzhunden. Nicole Benning von Schäferei Wümmeniederung zeigte die Möglichkeiten der Sicherung mittels Elektro-Netzen. Und Projektmitarbeiter Olaf Buschmann stellte wolfsabweisende Festzäune vor. Ziel des Ganzen sei, die Akzeptanz für die Anwesenheit von Wölfen bei Weidetierhaltern zu erhöhen, so der NABU.

NABU appelliert an Ministerinnen

Der NABU Deutschland hat zudem darauf hingewiesen, dass die EU kürzlich den Weg dafür frei gemacht hat, nicht nur Investitions-, sondern auch Erhaltungs- und indirekte Kosten wie Tierarztkosten zu 100 Prozent zu fördern. Die Naturschützer appellieren an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) und Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD), beim Herdenschutz eng zusammenzuarbeiten. "Es ist dringend an der Zeit, den Rahmen für flächendeckenden Herdenschutz in Deutschland zu schaffen", schreibt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller in einem offenen Brief an die Ministerinnen und verweist auf das Vorbild EU-Kommission. EU-Umweltkommissar Karmenu Vella und Landwirtschaftskommissar Phil Hogan hatten laut NABU gemeinsam betont, dass eine Koexistenz von Mensch und Wolf in Europa nur gelinge, wenn Agrar- und Umweltministerium an einem Strang zögen. Forderungen nach Bestandsregulierungen sowie Debatten zum günstigen Erhaltungszustand der Wolfspopulation seien nicht zielführend. Für die Naturschützer steht hingegen fest: "Guter Herdenschutz verringert Nutztierübergriffe und sorgt dafür, dass Wölfe sich erst gar nicht auf Nutztiere spezialisieren."

Herdenschutz mit Hund

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 27.04.2019 | 19:30 Uhr

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