Stand: 08.07.2019 18:56 Uhr

Ministerium steuert künftig Landesschulbehörde

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Kultusminister Tonne (SPD) will mit dem Vorhaben "näher ran an die Schulleitungen und Lehrkräfte".

Niedersachsen geht neue Wege bei der Schulpolitik und integriert die Steuerung der niedersächsischen Landesschulbehörde in das Kultusministerium. Zudem sollen vier Landesämter die bisherigen Regionalabteilungen ersetzen. Wie Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) am Montag in Hannover sagte, sollen die Entscheidungswege kürzer und die Kommunikation intensiver werden. "Wir müssen näher ran an die Schulleitungen und Lehrkräfte", sagte Tonne. Keine der rund 1.000 Stellen solle gestrichen werden.

Landesschulbehörde in Lüneburg in der Außenansicht.

Landesschulbehörde soll umstrukturiert werden

Hallo Niedersachsen -

Bürokratische Gängelung statt Unterstützung: Die Schulbehörde wird von Lehrern oft kritisiert. Nun strebt Kultusminister Tonne eine Reform an. Die Behörde soll näher ran an die Schulen.

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Land will besseren Service für die Schulen

Die Landesschulbehörde ist nicht nur für die Dienst-, Fach- und Rechtsaufsicht der rund 3.000 Schulen im Land zuständig, sie soll auch beraten und Servicedienste anbieten. Spätestens seit einer Online-Umfrage vor drei Jahren ist bekannt, dass viele Schulen in Niedersachsen mit der Arbeit der Landesschulbehörde in Lüneburg oft unzufrieden sind. Nach Angaben von Tonne will das Land über seine Aufsichtsrolle hinaus künftig einen stärkeren Part beim Service für die Schulen einnehmen. Themen, die die Schulen beschäftigten, seien Inklusion, Elternmitwirkung und Ganztagsunterricht. Die bisherige Arbeit der Behörden sei zwar "hochwertig". "Aber diese gute Arbeit kommt nicht immer in den Schulen an", sagte der Minister.

Reform soll "kostenneutral" sein

Besonders betroffen ist laut Ministerium eine Stabsstelle mit etwa 50 Mitarbeitern in Lüneburg. Es gebe die Überlegung, dass die Mitarbeiter nach Hannover wechseln sollen. Behörden-Präsident Ulrich Dempwolf wechselt zum 1. August in das Wissenschaftsministerium. Die Reform soll "kostenneutral" umgesetzt werden.

FDP kritisiert Entscheidung

Der Koalitionspartner CDU bewertet das Vorhaben verhalten. Kultusminister Tonne werde sich daran messen lassen müssen, ob die Reform den Schulen diene, sagte CDU-Bildungspolitikerin Mareike Wulf. Die Grünen stellten den Nutzen infrage. Notwendig seien mehr Präsenz in der Fläche und die Trennung von Beratung und Aufsicht, sagte die bildungspolitische Sprecherin Julia Willie Hamburg. Der FDP-Bildungspolitiker Björn Försterling vermutet hingegen, Tonne wolle lediglich "einen kritischen und dem Ministerium unbequemen Präsidenten der Landesschulbehörde" loswerden, hieß es in einer FDP-Stellungnahme.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 08.07.2019 | 17:00 Uhr

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