Stand: 21.04.2020 09:55 Uhr

Landwirte erwägen Gründung einer eigenen Partei

Trecker mit Schildern stehen auf einer Straße. © Polizeiinspektion Stade
Die Bewegung "Land schafft Verbindung" ist durch zahlreiche Bauernproteste im vergangenen Jahr bekannt geworden. (Archivbild)

Landwirte der Bewegung "Land schafft Verbindung" ziehen in Erwägung, eine eigene Partei zu gründen. Das hat der niedersächsische Sprecher der Initiative, Henning Stegeman, der "Neuen Osnabrücker Zeitung" gesagt. "Es ist eine Überlegung wert, aus der Bewegung eine Partei zu machen. Die Idee ist im Raum." Die Bewegung habe sehr viel Zustimmung erhalten, sagte Stegemann der Zeitung. Viele Befürworter hätten ein politisches Engagement gefordert. "Land schafft Verbindung" ist im vergangenen Jahr vor allem mit Treckerdemos und Kritik an der Düngeverordnung bekannt geworden.

Forderung: Fleischimporte stoppen

Ihren Protest will die Bewegung Stegemann zufolge auch nach der Verabschiedung der verschärften Düngeregeln fortsetzen. "Das war die klare Ansage von der Politik an Bauern: Ihr seid uns egal." Daran würden sich die Landwirte nun erinnern, wenn Regierungen auf sie angewiesen seien. "Da ist jetzt Schluss mit Kuschelkurs", so Stegemann. In dem Zeitungsinterview forderte er die Politik auf, die Bauern in Deutschland besser vor der ausländischen Konkurrenz zu schützen. So müssten beispielsweise Fleischimporte gestoppt werden, damit die heimische Landwirtschaft bestehen könne.

Interessenvertretung des ländlichen Raums

Der Bewegung "Land schafft Verbindung" geht es laut Stegemann nicht ausschließlich um Landwirtschaft. Sie verstehe sich als Interessenvertretung des ländlichen Raums. So seien etwa auch fehlende Hausärzte auf dem Land ein Thema.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 21.04.2020 | 08:30 Uhr

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