Stand: 23.07.2019 14:23 Uhr

Landwirte dürfen Brachflächen für Futter nutzen

Hitze und Trockenheit lassen auf Niedersachsens Bauernhöfen das Futter knapp werden. Der erste Grasschnitt von 2019 ist vielerorts bereits verfüttert, und 2018 war auf vielen Höfen der Ertrag so gering, dass keine Reserven angelegt werden konnten. Nun hat das Landwirtschaftsministerium reagiert: Landwirte in Niedersachsen und Bremen dürfen ab sofort Brachflächen, die als sogenannte ökologische Vorrangflächen (öVF) eigentlich nicht geerntet werden dürfen, für ihre Tiere nutzen.

Futter nur zum Eigenbedarf gedacht

Die Ausnahmeregelung betrifft dem Ministerium zufolge etwa 7.000 Betriebe mit rund 23.500 Hektar Brachen. "In einigen Regionen hat es durchaus Niederschläge gegeben", sagte Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) dem NDR. Deshalb schaue man sich jeden Fall einzeln an. Anträge für die Ausnahmegenehmigung können bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen gestellt werden. Die Nutzung ist auf Futterzwecke beschränkt. Eine andere Verwendung, etwa in einer Biogasanlage, ist nicht erlaubt. Sowohl die Ernte als auch die Beweidung der Flächen sind dem Ministerium zufolge erlaubt, ein Verkauf der geernteten Futtermittel dagegen nicht. 2018 waren die Flächen ebenfalls freigegeben worden, allerdings ohne Einschränkungen. Das hatte zu Kritik vor allem von Umweltschützern geführt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 23.07.2019 | 14:00 Uhr

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