Das Bild zeigt den Unterricht in einer Schule. © picture alliance/dpa Foto: Philipp von Ditfurth

Landesschülerrat und GEW kritisieren Personalknappheit

Stand: 20.09.2021 16:54 Uhr

Das Land Niedersachsen plant, Kindern und Jugendlichen bei der Bewältigung der Corona-Folgen an Schulen zu helfen. Landesschülerrat und die GEW sehen dabei Probleme.

Die Vertretung der Schülerinnen und Schüler fordert, mehr Personal für die Aufarbeitung von Lernstoff-Lücken einzustellen. Zur Unterstützung der Lehrkräfte könnten kurzfristig Quereinsteigende und Studierende in die Schulen geholt werden, sagte Justus Scheper, Vorsitzender des Landesschülerrats. "Vor allem in den großen Städten stehen Studierende bereit", so Scheper.

GEW beklagt zeitliche Befristung

Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisiert die Personalknappheit. Niedersachsen habe seit Jahren verschlafen, genügend Ausbildungsplätze für Lehrkräfte zu schaffen. Nun werde der Neustart nach monatelangem Homeschooling erschwert, hieß es. Es gehe dabei vielerorts gar nicht um das Nachholen von Lernstoff, sondern um das Aufarbeiten des Erlebten, sagte die GEW-Landesvorsitzende Laura Pooth. Sie beklagte zudem, dass die meisten Personalmaßnahmen in Zusammenhang mit Corona zeitlich befristet seien. "So ist es schwierig, die Stellen zu besetzen und später ein dauerhaftes Vertrauensverhältnis zu den Schülerinnen und Schülern auszubauen", sagte Pooth.

Schülerrat: Aktionsprogramm läuft noch nicht rund

Der Vorsitzende des Landesschülerrates von Niedersachsen Justus Scheper im Portrait. © dpa-Bildfunk/privat/Scheper
Landesschülerrats-Vorsitzender Justus Scheper fordert kurzfristig mehr Personal an Niedersachsens Schulen.

Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hatte zu Beginn des Schuljahrs das Aktionsprogramm "Startklar in die Zukunft" angekündigt. Für das laufende und das kommende Jahr stehen rund 222 Millionen Euro aus Landes- und Bundesmitteln bereit - unter anderem für pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und studentische Aushilfen in den Schulen. Die Unterstützung komme derzeit noch nicht an, kritisierte Scheper vom Landesschülerrat. Das Personal sei knapp. Bei Erkrankungen von Lehrerinnen und Lehrern falle der Unterricht vielerorts komplett aus, weil keine Vertretungskräfte vorhanden seien.

Kritik kommt auch von der Opposition und Lehrerverbänden

Lehrerverbände und die Opposition im Landtag beklagen ebenfalls, dass das Land zu wenig Lehrkräfte eingestellt habe. Kürzungen bei Arbeitsgemeinschaften und dem Förderunterricht lernschwächerer Schülerinnen und Schüler seien die Folge.

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Niedersachsen hinkt bei Luftfiltern hinterher

Kritik übte Scheper auch an den Corona-Schutzmaßnahmen in Schulen. "Was die Ausstattung mit Luftfiltern angeht, hinkt Niedersachsen anderen Bundesländern hinterher", sagte der 19 Jahre alte Gymnasiast aus Nordhorn im Landkreis Grafschaft Bentheim. Die Preise für die Geräte seien gestiegen, es gebe lange Wartezeiten. "Derzeit ist das Öffnen von Fenstern in den Unterrichtsräumen noch kein Problem, weil das Wetter angenehm ist, aber in den Wintermonaten wird das eine ordentliche Herausforderung", so Scheper.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 20.09.2021 | 11:00 Uhr

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