Eine Jägerin posiert mit ihrem Gewehr in einem Waldstück bei Lüneburg. © dpa Foto: Philipp Schulze

Jagdbericht: Eingewanderte Tierarten breiten sich weiter aus

Stand: 23.02.2021 14:41 Uhr

Invasive Tierarten wie Waschbär, Marderhund, Nutria und Nilgans breiten sich in Niedersachsen immer stärker aus. Das geht aus dem Jagdbericht der Landesjägerschaft und des Agrarministeriums hervor.

So seien im Jagdjahr 2019/2020 deutlich mehr Tiere dieser sogenannten "Neozoen" erlegt worden. Vor allem Waschbären liefen den Jägern häufiger vor die Flinte: Weit über 20.000 Tiere wurden geschossen - ein Plus von mehr als einem Drittel. Auch bei Nutrias gab es einen Anstieg der erlegten Tiere von fast 28 Prozent auf über 41.000 Tiere. Von den Marderhunden erlegten die Jäger gut ein Viertel und von Nilgänsen rund zehn Prozent mehr Tiere.

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Otte-Kinast: Beitrag zur Eindämmung der Schweinepest

Außerdem erlegten die Jäger deutlich mehr Wildschweine - nämlich rund 70.000. Das ist gut ein Viertel mehr als im Vorjahr und ein Rekordergebnis. Laut Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) ist das ein Beitrag zur Eindämmung der Afrikanischen Schweinepest und "enorm wichtig für unsere Landwirtschaft in Niedersachsen." Allerdings: Das Rekordergebnis sei angesichts der Corona-Pandemie vermutlich nicht zu wiederholen, sagte der Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen, Helmut Dammann-Tamke: Viele Jagden seien bereits ausgefallen, dabei werde ein Großteil der Jagdbeute vor allem im November und Dezember erzielt.

Hasen profitieren vom warmen Frühling

Bei Muffel- und Rotwild sank die Jagdbeute laut Jagdbericht leicht, bei Reh- und Damwild gab es eine leichte Zunahme. Aber im Jagdbericht geht es nicht nur um Abschüsse. Erfreulich ist laut Landesjägerschaft die positive Entwicklung bei Niederwildarten wie Hase und Fasan: Günstige Witterungsbedingungen der warme und trockene Frühling in den vergangenen Jahren hätten den Tieren gut getan.

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