Stand: 07.02.2020 12:29 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Gifhorn: Ist Brückengeländer Geldverschwendung?

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Die denkmalgeschützte Napoleonsbrücke bei Gifhorn. Das umstrittene Geländer lässt sich vom Trampelpfad aus am besten begutachten.

200.000 Euro für eine Brückensanierung - das klingt nicht übermäßig teuer. Der Bund der Steuerzahler in Niedersachsen spricht trotzdem von Geldverschwendung. Die Stadt Gifhorn, der das vorgeworfen wird, wehrt sich. Objekt des Streits: die historische Napoleonsbrücke im Wald bei Gifhorn. Napoleon Bonaparte soll hier dereinst seinen Fuß auf Gifhorner Boden gesetzt haben.

Sogenannte Napoleonsbrücke teuer saniert

Hallo Niedersachsen -

Im Wald bei Gifhorn liegt die sogenannte Napoleonsbrücke, bereits durch einen Waldweg abgelöst. Umso erstaunlicher: die Brücke wurde teuer saniert. Eine Posse aus Gifhorn.

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Kompromiss zwischen Denkmalschutz und Schutz

Lange war das historische Bauwerk in Vergessenheit geraten. Dann stellten Statiker an der denkmalgeschützten Brücke Sanierungsbedarf fest. Also wurde die Napoleonsbrücke saniert und das historische Geländer zusätzlich um ein modernes Zusatzgeländer aus Metall erweitert. "Wenn wir schon sanieren, dann so, dass man sie auch Brücke benutzen kann", rechtfertigt Joachim Keuch vom Tiefbauamt der Stadt Gifhorn die Baumaßnahme gegenüber NDR Niedersachsen. Es sei ein Kompromiss zwischen Denkmalschutz und Schutz.

Hat die Stadt übers Ziel hinausgeschossen?

"Völlig überzogen", nennt Jan Vermöhlen vom Bund der Steuerzahler in Niedersachsen den Ausbau der Brücke und zeigt wenig Verständnis für die Argumentation der Stadt. Dass die denkmalgeschützte Brücke nicht nur saniert, sondern auch Steuergeld für ein Zusatzgeländer ausgegeben wurde, sei schwer nachzuvollziehen. "Der Erhalt des Baudenkmals ist in Ordnung. Aber die Art und Weise, wie man das hier gemacht hat, ist völlig überzogen und daher in meinen Augen auch Steuergeldverschwendung", sagt Vermöhlen. Hässlich und unpraktisch sei die neue Konstruktion obendrein, argumentieren Anwohner.

Trampelpfad ist beliebter als die Brücke

Was die Sache für die Steuerschützer besonders ärgerlich macht: Direkt neben der renovierten Napoleonsbrücke führt ein Weg für Fußgänger und Radfahrer vorbei. Anwohner berichten, dass die wenigen Spaziergänger und Radfahrer, die sich in diesem Teil des Waldes bewegen, nicht die Brücke nehmen, sondern den Trampelpfad. Der ursprüngliche Sinn der Brücke als Querung über einen Fluss ist ohnehin Vergangenheit. Der Fluss besteht nur noch aus einem kleinen Tümpel.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 06.02.2020 | 17:00 Uhr

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