Gastronomie und Kultur: Gemischte Reaktionen auf 2G-Regel

Stand: 15.09.2021 21:33 Uhr

Die Gastronomen in Niedersachsen blicken mit gemischten Gefühlen auf die geplante freiwillige Ausweitung der 2G-Regel auf Gastronomie, Kultur und Veranstaltungswirtschaft.

Nach Angaben des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) habe man von den Mitgliedsbetrieben sehr unterschiedliche Rückmeldungen bekommen. Die Mehrheit der Gastronomen in Niedersachsen befürworte die 2G-Regel. Die Betriebe erwarteten aber auch, dass sie die angekündigten Erleichterungen dann auch tatsächlich umsetzen können. "Sie brauchen die Sicherheit, dass sie ihren Gästen sagen können: Jawohl, ihr könnt wieder bei uns feiern", sagte Geschäftsführerin Renate Mitulla am Mittwoch.

Rund ein Drittel will vorerst auf 2G verzichten

Rund ein Drittel der organisierten Betriebe ist laut Dehoga skeptisch, was die Umsetzung der 2G-Regel angeht. "Viele Betriebe wollen niemanden ausgrenzen, sie wollen weiterhin auch Menschen ohne Impfung in ihren Betrieben willkommen heißen. Sie sagen: 'Wir sind eine gastfreundliche Branche und wollen wirklich jeden zulassen'", erklärte Mitulla. Zudem sei die Kontrolle der Einlassregeln für die Betriebe sehr aufwendig und personalintensiv - und angesichts fehlenden Personals oftmals eine große Herausforderung.

Kritische Hinweise aus unterschiedlichen Richtungen

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte am Dienstag angekündigt, die Corona-Verordnung des Landes in der kommenden Woche anzupassen. Wenn sich ein Betrieb dann für die 2G-entscheidet, soll er auf Maskenpflicht und Abstandsregeln verzichten können. Die Entscheidung, auf welches Modell die Unternehmen zurückgreifen, beruht demnach auf Freiwilligkeit. Die Wahlfreiheit zwischen 2G und 3G ist offenbar aber nicht durchweg willkommen. Es sei schwierig, selbst darüber zu entscheiden. Man wolle die Gesellschaft nicht spalten, erklärte die Veranstaltungsagentur Hannover Concerts in Hannover. Sie sprach sich für eindeutige Regeln vonseiten der Politik aus. Auch der Arbeitgeberverband für die Fitness-Wirtschaft, DSSV, betonte, Sport müsse jedem zugänglich bleiben. Theater in Göttingen und das Sprengel Museum in Hannover sehen die Neuregelung ebenfalls skeptisch.

Sprengel Museum: Noch keine Klarheit über Nutzung der 2G-Regel

In der Frage der Ausweitung der sogenannten 2G-Regel auf die Kultur sondiert das Sprengel Museum Hannover noch. Ein Ergebnis stehe noch nicht fest, sagte eine Sprecherin des Museums am Mittwoch. Seit dem 26. August gilt im Sprengel Museum die 3G-Regel - das bedeutet, Geimpfte, Genesene und Getestete dürfen das Museum besuchen, wobei Schnelltests nicht älter als 24 Stunden und PCR-Tests nicht älter als 48 Stunden sein dürfen.

Göttinger Theater reagieren verhalten auf 2G-Möglichkeit

Auch das Junge Theater Göttingen will weiterhin Geimpften, Genesenen und Getesteten Zugang gewähren. "Wir haben gerade erst 3G eingeführt. Das wollen wir nun erst einmal so beibehalten", sagte Intendant Nico Dietrich am Mittwoch. Dietrich sagte, er wolle mit 3G Konflikte vermeiden, wenn es etwa darum geht, ob Bescheinigungen für Ausnahmeregelungen akzeptiert werden. Beim Deutschen Theater will man zunächst eine offizielle Mitteilung abwarten, ehe eine Entscheidung getroffen wird. Bisher habe man auf ein 3G-Konzept mit einer Sitzverteilung im Schachbrettmuster gesetzt, so eine Sprecherin. Wenn das Testzentrum vor dem Theater nach dem 10. Oktober schließen sollte, müsse man die Situation gegebenenfalls noch einmal überdenken.

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