Digitaler Corona-Impfnachweis: Hohe Nachfrage zum Start

Stand: 14.06.2021 21:27 Uhr

Geimpfte können ihren Corona-Schutz seit Montag digital nachweisen - mithilfe eines QR-Codes und Handy-Apps. Den Code geben Apotheken aus. Zum Auftakt gab es Interesse und technische Probleme.

Die Nachfrage in den ersten Stunden sei groß gewesen, sagte Frank Germeshausen vom Landesapothekerverband (LAV). In den ersten Stunden habe es in manchen Apotheken Probleme beim Zugriff auf den entsprechenden Apotheken-Server gegeben. Mittlerweile laufe es aber überwiegend rund, so der stellvertretende Vorstandsvorsitzende. Etwa 14.000 Apotheken wollten sich bundesweit gleichzeitig anmelden, um den neuen digitalen Impfpass ausstellen zu können. Um kurz nach 9 Uhr war das Softwareproblem behoben, berichtet der NDR in Niedersachsen.

Technische Probleme auch bei Apotheken-Übersicht

Der digitale Impfnachweis ist eine freiwillige Ergänzung des weiter gültigen gelben Impfheftes aus Papier. Vollständig Geimpfte können sich diesen nun in landesweit zunächst rund 1.800 Apotheken ausstellen lassen. Auch die Arztpraxen und Impfzentren sollen demnächst nachziehen. Geimpfte Personen können nach Angaben des niedersächsischen Gesundheitsministeriums unter www.mein-apothekenmanager.de eine entsprechende Apotheke in ihrer Nähe finden. Auch auf dem Portal gab es zunächst offenbar technische Probleme: Am Montagvormittag war die Internetseite aufgrund von Wartungsarbeiten zeitweise nicht aufrufbar.

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Service ist kostenlos

Wer den digitalen Impfpass haben möchte, muss dafür nur das gelbe Impfheft und den Personalausweis mitbringen. Den Rest macht die Apotheke. Sie hilft auch dabei, den Pass aufs Handy zu laden - indem sie den benötigten QR-Code ausdruckt, der dann über die Corona-Warn-App oder die Covpass-App eingelesen und auf dem Handy hinterlegt werden kann. Für die Geimpften ist der Service kostenlos.

Verband: Mehrheit der Apotheken macht langfristig mit

Das Wochenende hätten viele Apothekerinnen und Apotheker genutzt, um gut vorbereitet zu sein, sagte Matthias Grau vom Landesapothekerverband. Er sehe grundsätzlich kein Problem, dass das Projekt vergleichsweise kurzfristig umgesetzt wird, und rechnet langfristig mit einer Teilnahme von 70 bis 80 Prozent aller Apotheken zwischen Harz und Küste. Wenn eine Apotheke im Dorf mitmache, dann sei der Druck so hoch, dass die andere Apotheke auch mitmachen müsse, so der stellvertretende Landesvorsitzende.

Apotheken müssen sich anmelden

Den Angaben zufolge erhält die Apotheke für den Service 18 Euro vom Bund. Für das Angebot müssen jedoch digitale Mindeststandards erfüllt sein, sagte Grau einschränkend. Das sei für viele gar nicht so einfach, weil vor allem auf dem Land viele Apotheken noch nicht digital aufgestellt seien. Es brauche Kassenplätze mit Internetanschluss. Außerdem müssten sich die Apotheken beim Apothekerportal für den Service anmelden.

Impfzentren legen nach

Der digitale Impfpass soll künftig auch in den 52 Impfzentren des Landes beantragt werden können, sagte Niedersachsens Sozial- und Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) am Donnerstag. "Es ist gut und richtig, dass die Apotheken diese Aufgabe zunächst übernehmen, auch um die Praxen und Impfzentren zu entlasten. Nichtsdestotrotz wird der digitale Impfpass so schnell wie möglich auch in unseren Impfzentren ausgerollt", sagte Behrens. Die Hardware sei bereits an die Impfzentren geliefert worden.

Gelber Papierausweis bleibt trotzdem gültig

Der digitale Impfpass soll unter anderem das Reisen innerhalb der EU vereinfachen. Auch Veranstalter und Gastronomen werden auf diese Weise prüfen können, ob eine vollständige Impfung vorliegt. Neben Apotheken sollen später voraussichtlich auch Arztpraxen, Impfzentren und Krankenhäuser digitale Impfnachweise ausstellen. Der gelbe Papier-Impfpass bleibt als Nachweis aber auch weiterhin gültig.

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11.06.2021 15:08 Uhr

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels haben wir den stellvertretenden Vorsitzenden des Landesapothekerverbandes Matthias Grau mit der Auskunft zitiert, dass die Apotheken prüfen, ob die Zweitimpfung 14 Tage zurückliegt und erst dann einen QR-Code ausstellen. Das ist nicht korrekt. Nach Hinweis eines Lesers haben wir noch einmal beim Verband nachgefragt: Es ist tatsächlich so, dass die Apotheken das Impfdatum nicht kontrollieren, ein QR-Code kann also direkt nach der zweiten Impfung ausgestellt werden.

 

 

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Aktuell | 14.06.2021 | 15:00 Uhr

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