Stand: 22.02.2018 18:21 Uhr

Cuxhaven: Strecke nach Güterzug-Unfall wieder frei

Nach dem Zusammenstoß eines Autotransportzugs mit einem Güterzug am Dienstagabend in Cuxhaven ist die betroffene Strecke am Donnerstagmittag wieder für den Regionalverkehr freigegeben worden. Das teilte ein Bahnsprecher NDR 1 Niedersachsen mit. Die Aufräumarbeiten seien schneller vorangeschritten als gedacht, hieß es. Ursprünglich war damit gerechnet worden, dass die Züge erst am Freitag wieder planmäßig fahren können. Den Anfang machte ein Metronom, der Cuxhaven am Mittag in Richtung Hamburg verließ.

Zahlreiche Autos zerstört

Seit Mittwochnachmittag hatte ein Schwerlastkran die heruntergefallenen Autos von den Schienen gehievt. Auch die unbeschädigten Wagen sowie die entgleisten Waggons mussten abtransportiert werden. Bei der Kollision am Dienstag waren die ersten Waggons des Autozugs wie eine Ziehharmonika ineinandergeschoben worden. Etwa 20 brandneue, zumeist für den Export vorgesehene Autos fielen auf die Gleise und wurden zerstört.

"Wie frisch aus der Schrottpresse"

Bevor die Aufräumarbeiten beginnen konnten, hatten die Bundespolizei und die Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung die Spurensuche am Unfallort abgeschlossen und die Stelle freigegeben. Den Experten bot sich ein Bild der Verwüstung: "Einige Autos sehen aus wie frisch aus der Schrottpresse", sagte ein Polizeisprecher. Auch drei Loks und die Bahnstrecke wurden stark beschädigt. Der Schaden liegt nach ersten Schätzungen in Millionenhöhe.

Ermittlungen laufen weiter

Experten suchen unterdessen weiter nach der Unglücksursache. Im Mittelpunkt der Ermittlungen wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr steht die Frage, ob die Weichen zum Zeitpunkt der Kollision richtig gestellt waren. Die Bundespolizei habe dazu beide Lokführer und den Fahrdienstleiter befragt, teilte ein Sprecher mit. Die Staatsanwaltschaft Stade erklärte NDR 1 Niedersachsen, dass es noch keinen Beschuldigten gebe. Sowohl technisches als auch menschliches Versagen könnten zu dem Unfall geführt haben.

Autozug rammt Güterzug

Aufprall bei 40 Stundenkilometern

Der Vorfall hatte sich am Dienstag gegen 21 Uhr ereignet. Der Autotransportzug kam von Bremerhaven in den Güterbahnhof Cuxhaven. Die vordere Lokomotive des stehenden Güterzugs ragte an einer Weiche ins Durchfahrtgleis, wodurch es zum Zusammenstoß kam. "Nach ersten Ermittlungen war der Autotransportzug mit etwa 40 Kilometern pro Stunde unterwegs", sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Die beiden Lokführer wurden wegen Schocks ärztlich behandelt, konnten aber später nach Hause entlassen werden. Einer von ihnen erlitt außerdem Prellungen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 22.02.2018 | 18:00 Uhr

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