Corona in Niedersachsen: Delta-Variante 125 Mal nachgewiesen

Stand: 25.06.2021 12:32 Uhr

125 Menschen haben sich in Niedersachsen bislang nachweislich mit der Delta-Variante des Coronavirus infiziert - 60 mehr als noch vor einer Woche.

Das Landesgesundheitsamt erhebt diese Zahlen stichprobenartig oder prüft auf Verdacht, ob eine Infektion mit der Variante vorliegt. Die ersten Fälle der Mutation wurden im Mai in Niedersachsen bekannt. Auch bundesweit ist die erstmals in Indien entdeckte Mutation auf dem Vormarsch: Die absolute Zahl an Delta-Fällen habe seit der 21. Meldewoche zugenommen, von etwa 270 auf rund 470 in der 23. Meldewoche.

Behrens: "Impfquote erhöhen"

Diese Mutation des Coronavirus gilt nach Einschätzung von Experten als schneller übertragbar. Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens sagte dem NDR, dass sich die Delta-Variante in Niedersachsen sehr viel schneller verbreite als die Vorgängervarianten und nannte den Anstieg "besorgniserregend". Daher gelte es, die Impfquote schnell zu erhöhen, weil sich gezeigt habe, dass bei Menschen, selbst wenn sie lediglich die Erstimpfung hätten, die Krankheitsverläufe weniger schwer seien.

Varianten Beta und Gamma sehr unauffällig

Laut Robert Koch-Institut (RKI) zeigt die aktuelle Verbreitung der Varianten in Deutschland, dass damit zu rechnen sei, dass sich Delta gegenüber den anderen Varianten durchsetzen werde. Derzeit dominiert noch die in Großbritannien entdeckte Variante Alpha (B.1.1.7) das Infektionsgeschehen. Allerdings sei der Anteil an positiven Fällen in der Stichprobe nach Wochen mit Werten um 90 Prozent mittlerweile auf 74 Prozent geschrumpft. Die Anteile der ebenfalls besorgniserregenden Varianten Beta (entdeckt in Südafrika) und Gamma (Brasilien) seien wie bisher niedriger und unauffälliger.

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Delta-Infektionen offenbar vorwiegend durch Reisen eingeschleppt

Viele Infektionen mit der Delta-Variante hängen nach Informationen von NDR Niedersachsen mit Reisen zusammen. Die Variante wird vorwiegend eingeschleppt. Die 125 Fälle in Niedersachsen verteilen sich im Land, es gibt keine "Hotspots, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte. Doch Reisende sollten sich ihre Ziele genau anschauen. Wer zum Beispiel nach Großbritannien fährt, der muss nach seiner Rückkehr zwei Wochen in Quarantäne.

Virologe: PCR-Tests für Reiserückkehrer

Der Oldenburger Virologe Axel Hamprecht forderte unterdessen - mit Blick auf die Urlaubszeit - PCR-Tests für Reiserückkehrer. "Die Antigen-Schnelltests bringen uns im derzeitigen Stadium der Pandemie zu wenig", sagte der Wissenschaftler der Oldenburger "Nordwest-Zeitung" (Freitag). Ein PCR-Test schlage früher an, sei zuverlässiger und bringe mehr Klarheit über mögliche Corona-Infektionsfälle. "Wir sollten die Verbreitung so gut es geht verzögern, um Zeit zum Impfen zu gewinnen", so der Virologe weiter.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 25.06.2021 | 12:00 Uhr

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