Stand: 31.03.2020 10:26 Uhr

Corona: Pfeiffer befürchtet Zunahme von Spielsucht

Christian Pfeiffer © dpa Foto: Holger Hollemann
Hinsichtlich Spielsucht und häuslicher Gewalt erwartet der Kriminolge Christian Pfeiffer negative Auswirkungen der Corona-Krise. (Archivbild)

Der Kriminologe Christian Pfeiffer warnt davor, dass viele Kinder und Jugendliche durch das Kontaktverbot in der Corona-Krise in die Computer-Spielsucht abdriften könnten. "In Niedersachsen spielt jeder vierte männliche Jugendliche jeden Tag viereinhalb Stunden und mehr", sagte Pfeiffer der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Damit gehe eine beträchtliche Suchtgefahr einher. Die Quote der Intensivspieler dürfte beträchtlich wachsen, befürchtet der ehemalige Chef des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen. "Das ist ein Problem, das sich jetzt durch Corona noch einmal verschärft."

Warnung vor Zunahme von häuslicher Gewalt

Pfeiffer erwartet außerdem, dass häusliche Gewalt zunehmen wird, wenn Familienmitglieder seltener die eigenen vier Wände verlassen. "Wir wissen etwa aus China, dass dort die innerfamiliäre Gewalt aufgrund der Corona-Krise ein ernstes Problem geworden ist", sagte er. Eine solche Entwicklung drohe auch hierzulande. Aus diesem Grund sollten die Frauenhäuser möglichst rasch besser ausgestattet werden, forderte Pfeiffer.

Mehr Opfer von Straftaten

Dass Gewalt in Familien unabhängig von der Corona-Krise ein nicht zu unterschätzendes Problem ist, zeigt die Kriminalstatistik für 2019. Demnach stieg die Zahl der Opfer von Straftaten um 2,1 Prozent an. Ein wesentlicher Grund dafür war laut Innenminister Boris Pistorius (SPD) häusliche Gewalt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 31.03.2020 | 12:00 Uhr

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