Corona-Krisenstab: In zwei Wochen wieder mehr Erstimpfungen

Stand: 08.06.2021 18:55 Uhr

Es gibt weiter mehr Impfwillige als Impfstoff. Allerdings soll sich in gut zwei Wochen das Verhältnis von Erst- und Zweitimpfungen wieder drehen. Wer auf der Warteliste steht, braucht aber Geduld.

Insgesamt betrifft das aktuell rund 640.000 Personen, wie Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) am Dienstag mitteilte. Allerdings gebe es eine hohe Fluktuation. In der vergangenen Woche hätten 90.000 Personen von der Warteliste einen Termin erhalten. Auch das Interesse bei Kindern und Jugendlichen sei groß, so Behrens. Bei den Zwölf- bis 15-Jährigen hätten sich am Montag mehr als 10.000 angemeldet, bei den 16- und 17-Jährigen stünden bereits rund 19.000 Jugendliche auf der Warteliste. Der größte Teil der Impfungen soll voraussichtlich bei Kinder- und Jugendärzten erfolgen. Um eine Herdenimmunität zu erreichen, sei es auch wichtig, Kinder und Jugendliche zu impfen, so Behrens.

Kurzfristige Termine gehen nicht an Personen auf Warteliste

Zu der Frage, warum kurzfristig freiwerdende Termine nicht an Personen auf der Warteliste vergeben werden, sondern direkt im Impfportal buchbar seien, sagte die stellvertretende Leiterin des Krisenstabs, Claudia Schröder, dass dies unter anderem auf Erfahrungen der Impfzentren beruhe. Wenn Impftermine kurzfristiger als fünf Tage im Voraus an Wartende vergeben würden, würden diese die Termine oft nicht wahrnehmen.

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Ab 21. Juni wieder mehr Erstimpfungen

Die Gesundheitsministerin bat alle Impfwilligen weiter um Geduld. Derzeit würden die meisten Dosen weiterhin für Zweitimpfungen verwendet. Das solle sich aber ab der 25. Kalenderwoche - also ab dem 21. Juni - wieder ändern. Dann werde sich das Verhältnis der Erst- und Zweitimpfungen wieder drehen, so Behrens. Wer sich jetzt auf die Warteliste setze lasse, könnte vier bis sechs Wochen auf einen Impftermin warten, so die Ministerin. Seit Beginn der Impfkampagne sind den Angaben zufolge rund 5,2 Millionen Menschen in Niedersachsen geimpft worden, etwa jede dritte Impfung erfolgte in den Arztpraxen. Seit dem Ende der Priorisierung am Montag sind auch Betriebsärzte in die Kampagne eingestiegen.

Weitere Lockerungen wohl erst Ende Juni

Obwohl die Corona-Zahlen in Niedersachsen weiter sinken - zwei Landkreise wiesen am Dienstag laut RKI sogar Inzidenzwerte von null auf, andere liegen im einstelligen Bereich - soll es in den kommenden Tagen keine weiteren Lockerungen geben, wie Gesundheitsministerin Behrens und Regierungssprecherin Anke Pörksen sagten. Die niedrigen Zahlen müssten sich stabilisieren. Die Lage müsse weiter beobachtet werden - vor allem mit Blick auf die Mutationen und die beginnende Sommer-Reisezeit. Allerdings werde daran gearbeitet, die Kontaktbeschränkungen im privaten Bereich zu lockern. Diese neuen Regeln sollen laut Pörksen dann wohl aber erst mit der neuen Corona-Verordnung ab dem 25. Juni greifen.

 

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Hallo Niedersachsen | 08.06.2021 | 19:30 Uhr

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