Ein Stift liegt auf einem Antrag für den Corona-Soforthilfe-Zuschuss. © dpa-Bildfunk Foto: Robert Michael

Corona-Betrug: Fahnder ermitteln in fast 1.200 Fällen

Stand: 27.11.2020 14:41 Uhr

Die Zahl der Verfahren wegen möglichen Betrugs bei Corona-Soforthilfen nimmt in Niedersachsen weiter zu: Sie stieg auf 1.196 Fälle.

Binnen eines Monats sind das knapp 150 mehr. Nach Angaben des Justizministeriums beläuft sich die Schadenssumme landesweit inzwischen auf knapp 9,3 Millionen Euro. Gegenüber dem Vormonat ist das eine Zunahme um etwa 1,1 Millionen Euro. Vorläufig sichergestellt wurden den Angaben zufolge bisher rund 880.000 Euro.

Havliza: Betrug ist Gegenteil von Solidarität

Justizministerin Barbara Havliza (CDU) betonte, dass die Behörden es den Steuerzahlern und ehrlichen Antragstellern schulde, die "schwarzen Schafe" bei den Corona-Hilfen zu erwischen. In diesem schwierigen Jahr halte Solidarität die Gesellschaft zusammen. "Ein Betrug, um so an Geld zu kommen, ist das Gegenteil von Solidarität", sagte Havliza.

Meiste Fälle im Raum Hannover

Ein Schwerpunkt der Fälle liegt den Angaben zufolge im Raum Hannover. Dort wurden 474 Verfahren eingeleitet. Dahinter folgen die Staatsanwaltschaften Hildesheim (134), Oldenburg (100) und Braunschweig (99.) Insgesamt haben die Ermittler bisher in 110 Fällen eine Anklage erhoben oder einen Strafbefehl beantragt. 25 Verfahren wurden bereits rechtskräftig abgeschlossen. In 134 Verfahren wurden die Ermittlungen eingestellt, weil eine Straftat nicht nachweisbar war. Ausgangspunkt der Verfahren sind häufig Verdachtsmeldungen der NBank. Das ist die landeseigene Förderbank, die die Corona-Hilfen auszahlt.

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Ein Stift liegt auf einem Antrag für den Corona-Soforthilfe-Zuschuss. © dpa-Bildfunk Foto: Robert Michael

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 27.11.2020 | 15:00 Uhr

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