Eine Ärztin füllt eine Spritze mit AstraZeneca Impfstoff. © Picture Alliance / TT NEWS AGENCY | Johan Nilsson

Corona: Ab kommender Woche Impfangebote für Menschen über 70

Stand: 11.03.2021 12:41 Uhr

In der kommenden Woche startet in Niedersachsen die Impftermin-Vergabe für Menschen über 70. Laut Gesundheitsministerin Behrens impfen die Hausärzte spätestens ab dem 19. April mit.

Die insgesamt rund 700.000 Impfberechtigten über 70 würden in den kommenden Wochen jahrgangsweise angeschrieben, sagte Daniela Behrens (SPD) am Donnerstag. Dabei stehe es den Kommunen frei, die Betroffenen parallel zu dem zentralen Schreiben auch selber zu informieren. Das Land greift diesmal auf die Daten der Kommunen zurück. "Wir haben aus der Vergangenheit gelernt", hatte Behrens am Dienstag mit Blick auf die Pannen gesagt, die es bei den Anschreiben für die Über-80-Jährigen gegeben hatte. Auch die Hotline zur Terminvergabe wurde ihren Angaben nach inzwischen auf 500 Mitarbeiter aufgestockt; bis Monatsende sollen es 800 sein.

Hausärzte spätestens ab 19. April im Boot

Impfungen gegen das Coronavirus in Hausarztpraxen sollen spätestens am 19. April möglich sein, sagte Behrens. Die Arztpraxen sollten zunächst Patienten mit Vorerkrankungen impfen sowie Menschen, die nicht mehr mobil sind und zu Hause vom Arzt aufgesucht werden müssen. Später sei auch ein Einbinden von Betriebsärzten in die Impfkampagne geplant. Die stellvertretende Leiterin des Corona-Krisenstabs, Claudia Schröder, hatte angekündigt, dass in den Praxen dann vornehmlich der bei Kühlschranktemperatur aufzubewahrende Impfstoff von AstraZeneca verabreicht werden soll - und nach dessen Zulassung auch der von Johnson & Johnson.

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Hochinzidenzkommunen über neue Verordnung enttäuscht

Nach Angaben von Gesundheitsministerin Behrens sind in Niedersachsen inzwischen so gut wie alle Bewohner und auch das Personal von stationären Alten- und Pflegeeinrichtungen geimpft. Bis Ende des Monats sind dann auch alle Impfwilligen in der Gruppe der Menschen ab 80 Jahren durch. In Sachen Impfstofflieferungen vom Bund erwartet Behrens in den kommenden Wochen eine deutliche Steigerung. Für das zweite und dritte Quartal erkenne sie "eine sehr, sehr gute Situation", sagte die Ministerin am Dienstag. Weil derzeit aber noch deutlich zu wenige Menschen geimpft sind, muss das Infektionsgeschehen weiter durch andere Maßnahmen gebremst werden. Die seit Montag geltende Corona-Verordnung ermöglicht in einigen Bereichen erste Lockerungen - allerdings nur in Kommunen, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 je 100.000 Einwohner liegt. Alle anderen gelten als sogenannte Hochinzidenzkommunen - aktuell gibt es niedersachsenweit sieben davon. "Wir können verstehen, dass man nicht zufrieden ist, mit einer Inzidenz über 100, weil man damit auch nicht viele Möglichkeiten für Öffnungen hat", sagte Behrens hinsichtlich der Forderung einiger Kommunen, bei Lockerungen nicht allein auf die Inzidenz zu schauen.

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Inzidenzwert ist nicht verhandelbar

Die Ministerin wies in diesem Zusammenhang allerdings darauf hin, dass man sich immer noch in der Bekämpfung der Pandemie befinde und dass ein exponentieller Anstieg der Infektionen zu vermeiden sei. Die Inzidenz sei eine belastbare Kennzahl, um das Infektionsgeschehen zu beobachten und rasch zu reflektieren, zudem sei sie messbar und regionalisierbar. Deshalb sei die Inzidenz - wie in allen anderen Bundesländern auch - das Maß der Dinge. Die Hochinzidenzkommunen müssten sich Gedanken machen, wie sie den Infektionsschutz verbessern könnten. Auch Schröder betonte, dass das Ziel sei, in allen Landesteilen unter eine Inzidenz von 100 zu kommen.

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Keine weiteren Öffnungen vor nächstem Bund-Länder-Gipfel

Behrens gab zu, dass die neue Verordnung "sehr komplex und durchaus ab und zu schwierig zu verstehen" sei. Aber sie berücksichtige eben auch das unterschiedliche Infektionsgeschehen im Land. Sowohl für die Wirtschaft als auch für die Menschen sei es wichtig, Perspektiven zu bieten und Öffnungen zu ermöglichen. "Nach einem Jahr in der Pandemie sind wir alle sehr erschöpft", sagte die Ministerin. Die Verordnung schaffe es, ein Gleichgewicht zwischen Lockerungen und Gesundheitsschutz herzustellen. Weitere Lockerungen werden laut Behrens maßgeblich davon abhängen, wie sich die Inzidenz weiter entwickelt. Sie stellte klar: Vor den nächsten Bund-Länder-Beratungen am 22. März werde es keine weiteren Öffnungen geben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 11.03.2021 | 12:00 Uhr

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