Stand: 11.08.2020 11:17 Uhr

Achtung, Blaualgen: Diese Seen sind betroffen

Ein Badesteg im Siebenmeterteich in Hannover © dpa-Bildfunk Foto: Moritz Frankenberg
Durch die hohen Temperaturen breiten sich Blaualgen in mehreren Seen in Niedersachsen aus (Themenbild).

Sie gelten als extrem gesundheitsschädigend: Blaualgen. In Gewässern begünstigt das heiße Sommerwetter ihre Entstehung - auch dort, wo gebadet wird. Landesweit warnen die Gesundheitsämter an mehreren Seen, darunter dem Dümmer, vor den Bakterien. Ein Badeverbot gab es zwischenzeitlich bereits am Laascher See (Landkreis Lüchow-Dannenberg): Dort wurde wegen Blaualgen ein Badeverbot an der Badestelle II verhängt. Welche Stellen aktuell betroffen sind, listet der Badegewässer-Atlas der Gesundheitsämter auf.

VIDEO: Gesundheitsämter warnen vor Blaualgen in Seen (5 Min)

Was macht Blaualgen zur Gefahr?

  • Blaualgen sind Bakterien und vermehren sich meist bei hohen Wassertemperaturen massenhaft. Betroffen sind vor allem große, flache Seen.
  • Wer in mit Blaualgen belastetem Wasser schwimmt, nimmt gesundheitliche Risiken auf sich. Die Haut wird gereizt, auch Übelkeit und Erbrechen sind mögliche Folgen.
  • Gefährlich wird es, wenn jemand große Mengen von Wasser mit Blaualgen verschluckt. Toxine der Cyanobakterien können Teile der Lunge lähmen, sodass der Betroffene ersticken kann.

Proben aus Sander See und Sonnensee

Verbote für weitere Seen könnten bald hinzukommen - Blaualgen vermehren sich bei diesem Wetter schnell. Nachgewiesen wurden die Bakterien, die das Wasser blaugrün trüben, auch im Sander See (Landkreis Friesland). Die Konzentration sei aber noch gering, sagte Nicola Karmires vom Landkreis Friesland NDR 1 Niedersachsen. Das habe die Auswertung der Wasserproben ergeben. Man beobachte den See genau. In einer Woche soll wieder eine Probe genommen werden. Untersucht wird auch der Sonnensee (Landkreis Osnabrück). Nach Hinweisen von Bürgern hat die Gemeinde dort am Montag Proben entnehmen lassen. Nach ersten Erkenntnissen ist der Sauerstoff-Gehalt in Ordnung. Weitere Ergebnisse aus dem Labor werden für Mittwoch erwartet.

Gefahr besteht auch für Hunde

Blaualgen auf einem See © dpa Foto: Stefan Sauer
Eine bläulich-grüne Trübung des Wassers sowie Schlierenbildung sind Anzeichen für Blaualgen im See (Archivbild).

Zur Vorsicht rät das Gesundheitsamt der Region Hannover wegen Blaualgen in den Ricklinger Kiesteichen. Im Sieben-Meter-Teich sei erneut eine hohe Konzentration festgestellt worden. Bei den Wetterverhältnissen sei damit zu rechnen, dass sich die Bakterien auch an der Badestelle ansammeln. Badegäste sollten die Bereiche meiden - auch Hunde sollten dort nicht ins Wasser gehen und dieses trinken.

Badeverbot wegen Blaualgen (Stand Dienstagvormittag):

  • Laascher See (Landkreis Lüchow-Dannenberg)

Zur Vorsicht aufgerufen wird an folgenden Seen:

  • Doktorsee Rinteln (Landkreis Schaumburg)
  • See im Maschener Moor (Landkreis Harburg)
  • Ricklinger Kiesteiche (Region Hannover)
  • Zwischenahner Meer (Landkreis Ammerland)
  • Dümmer, vier Badestellen betroffen (Landkreis Diepholz)
  • Otterstedter See (Landkreis Verden)

Weitere Informationen
Zwei Hunde spielen im Wasser. © dpa-Bildfunk Foto: Philipp Schulze

Blaualgen: Drei Hunde verendet

Nachdem sie am Greifswalder Bodden gebadet haben, sind drei Hunde offenbar aufgrund von Blaualgen verendet. Mehrere Strandabschnitte sind gesperrt, auch an ersten Binnenseen gelten Badeverbote. mehr

Ein Schild "Vom Baden wird abgeraten - Blaualgen" steht am Hohnsensee. © dpa-Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte

Sommerliches Wetter lässt Blaualgen sprießen

Bereits an acht Badestellen im Land warnt das Landesgesundheitsamt vor Blaualgen. Betroffen sind unter anderem die Ricklinger Kiesteiche in Hannover und das Zwischenahner Meer. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 11.08.2020 | 12:00 Uhr

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