Stand: 16.04.2019 10:12 Uhr

2018 massive Ernte-Einbußen durch Trockenheit

Der heiße und trockene Sommer 2018 hat für Niedersachsens Landwirte bei den meisten Feldfrüchten massive Ernteeinbußen nach sich gezogen. Das Minus im Vergleich zum Durchschnitt der vorangegangenen sechs Jahre habe etwa bei Getreide und Kartoffeln mehr als 20 Prozent betragen, berichtet das Landesamt für Statistik in seinem aktuellen Monatsheft.

2018 war das zweittrockenste Jahr seit 1881

Das vergangene Jahr war den Statistikern zufolge mit 512 Millimetern Regen im Durchschnitt das zweittrockenste Jahr in Niedersachsen seit 1881. Nur 1959 fiel demnach mit 404 Millimetern noch weniger Niederschlag. Zudem sei 2018 auch das zweitwärmste Jahr seit 1881 sowie mit 1.960 Stunden Sonnenschein das sonnigste seit dem Jahr 1951 gewesen. Trotz zahlreicher Bewässerungsanlagen in vielen Landesteilen habe das Wasser vielerorts für eine gute Ernte nicht ausgereicht.

Sehr gute Apfelernte, Verluste bei Getreide und Kartoffeln

Mit Ausnahme von Äpfeln und anderen Kernobstarten, wie sie in der wasserreichen Elbniederung vor den Toren Hamburgs wachsen, sanken die Hektarerträge bei den meisten Feldfrüchten. So gab es nicht nur bei Getreide und Kartoffeln Einbußen im zweistelligen Prozentbereich, sondern auch bei Winterraps. Bei Zuckerrüben betrug das Minus knapp zehn Prozent. Drastische Rückgänge wurden den Statistikern zufolge auch bei Dicken Bohnen (minus 23 Prozent), Erbsen (minus 46 Prozent), Speisekürbis (minus 19 Prozent) Möhren (minus 24 Prozent), Erdbeeren (minus 12 Prozent) sowie bei manchen Salat- und Kohlsorten registriert. Auch die Heu-Erträge gingen massiv zurück, heißt es weiter. Sie lagen gut 45 Prozent unter dem Mittel der vorangegangenen Jahre.

4.600 Bauern beantragen Dürrehilfe

Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums in Hannover wurden bereits bis Mitte März 1.760 Anträge auf Dürrehilfen geprüft und Beträge in Höhe von zusammen 13,44 Millionen Euro ausgezahlt. Insgesamt wurden 4.600 Anträge gestellt. Maximal werden 500.000 Euro je Unternehmen gezahlt. Der Hilfstopf umfasst insgesamt 35,6 Millionen Euro. Mit den Zahlungen sollen Betriebe unterstützt werden, die wegen der Trockenheit in eine existenzbedrohende Lage gekommen sind.

Landvolk: Wünschen uns "ordentlichen Landregen"

"Für unsere Landwirte wird das jetzt ein spannendes Jahr: Die letzten Reserven sind längst aufgebraucht, da hat niemand mehr was in der Hinterhand", sagte Landvolksprecherin Gabi von der Brelie. Das vergangene Jahr sei zu trocken, das Jahr zuvor zu nass gewesen - und auch jetzt sei es nach wie vor für die Jahreszeit zu trocken. "Jeder Bauer hier sagt: 'Wir wünschen uns endlich einen ordentlichen Landregen - das kann auch gerne nachts sein'." Der Klimawandel mache sich auch bei der Obstblüte bemerkbar, die 14 Tage früher einsetze. "Vor 30 Jahren setzte die Kirschbaumblüte erst Anfang Mai ein", sagte die Sprecherin. Viele Landwirte stellten sich inzwischen auf die Wetterveränderungen ein und setzten etwa auf hitzeresistente Pflanzen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 11.04.2019 | 08:00 Uhr

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