Drei Personen sitzen im Wartebereich der Bundesagentur für Arbeit hinter einem Aufsteller mit dem Logo der Agentur. © dpa bildfunk Foto: Larissa Schwedes

Arbeitsmarkt im Norden: Wintersaison sorgt für mehr Arbeitslose

Stand: 04.01.2022 10:34 Uhr

Auf dem deutschen Arbeitsmarkt hat sich die Zahl der Arbeitslosen im Dezember erhöht. Das gilt auch für die norddeutschen Bundesländer, mit Ausnahme von Hamburg.

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Dezember leicht auf 2,330 Millionen gestiegen. Das sind 12.000 mehr als im November 2021, aber 378.000 weniger als im Dezember 2020, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg mit. Die Arbeitslosenquote blieb stabil bei 5,1 Prozent. 

Niedersachsen: Entspannung auf dem Arbeitsmarkt stockt

Die Entspannung auf dem Arbeitsmarkt ist in Niedersachsen zum Jahresende ins Stocken geraten. Im Dezember nahm die Zahl der Menschen ohne Job nach mehrmonatigen Rückgängen wieder leicht zu. Laut der BA-Regionaldirektion waren im abgelaufenen Monat knapp 219.400 Arbeitslose im Land registriert - 0,8 Prozent mehr als im November. Gründe waren die übliche Eintrübung zu Beginn des Winters, aber auch die erneuten Corona-Einschränkungen vor allem für Gastronomie oder Einzelhandel sowie die Lieferprobleme in vielen Betrieben. Die Arbeitslosenquote liegt bei 5 Prozent, wie die Behörde in Hannover mitteilte.

Insgesamt erholte sich die Situation auf dem niedersächsischen Jobmarkt verglichen mit dem ersten Pandemie-Jahr 2020 aber deutlich. So waren Ende 2021 etwa 12,6 Prozent weniger Menschen offiziell als arbeitslos gemeldet als noch Ende 2020. Zuletzt fielen allerdings oft wieder Schichten aus. "Im Dezember haben 1.771 Betriebe Kurzarbeit angezeigt, mit steigender Tendenz", teilte die BA mit. Schwierig sei, dass Langzeitarbeitslose von der Erholung wenig profitiert haben.

Schleswig-Holstein: Jugendarbeitslosigkeit sinkt um 23 Prozent

Die Zahl der Arbeitslosen in Schleswig-Holstein hat im Dezember leicht zugenommen. Im Vergleich zum November waren 1.300 Frauen und Männer oder 1,7 Prozent mehr ohne Arbeit, wie die Agentur für Arbeit mitteilte. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte auf 5,0 Prozent. Im nördlichsten Bundesland gab es im Dezember 79.200 Arbeitslose, 13.600 weniger als im Vorjahresmonat. Im Dezember 2020 hatte die Arbeitslosenquote bei 5,9 Prozent gelegen. Speziell die Jugendarbeitslosigkeit sei wiederum überproportional gesunken. So sei die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahren im Vorjahresvergleich um 2.000 oder 23 Prozent auf 6.600 zurückgegangen.

Mecklenburg-Vorpommern: Deutlich weniger Jugendliche arbeitslos als vor einem Jahr

Die Corona-Pandemie hat weiterhin Auswirkungen auf Teile des Arbeitsmarktes in Mecklenburg-Vorpommern. Insgesamt sind dort wieder mehr Menschen ohne Job gemeldet als zuvor. Die Zahl stieg im Dezember um 2.600 im Vergleich zum Vormonat. Derzeit haben den Angaben zufolge 57.100 Frauen und Männer keinen Job. Das ist eine Quote von 7 Prozent. Diese Steigerung sei durchaus üblich zum Jahresende, so die Chefin der Regionaldirektion Nord, Margit Haupt-Koopmann.

Beim Jahresvergleich zeigt sich ein etwas anderes Bild: Genau vor einem Jahr waren rund 8.000 Menschen mehr arbeitslos gemeldet als jetzt. Auch sind deutlich weniger Jugendliche arbeitslos als im Dezember 2020. Eine erfreuliche Entwicklung, sagte die Agentur-Nord-Chefin. Allerdings schlägt die Corona-Pandemie in Teilen des Arbeitsmarktes weiter voll durch. 870 Betriebe haben im Dezember Kurzarbeit angezeigt - für mehr als 10.500 Beschäftigte - vor allem aus den Bereichen Hotel, Gastronomie und Einzelhandel.

Hamburg: Dezember-Wert ist der niedrigste des Jahres 2021

Die Arbeitslosigkeit in Hamburg ist auch im Dezember gesunken. Insgesamt waren 70.965 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 11.400 weniger als im Vorjahresmonat und 400 weniger als im November, wie die Agentur für Arbeit heute mitteilte. Bis zuletzt hat sich die Erholung auf dem Arbeitsmarkt also fortgesetzt - der Dezember-Wert ist der niedrigste des Jahres. Gleichzeitig suchen Hamburgs Unternehmen noch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: 12.000 Stellen sind derzeit offen.

Übers gesamte Jahr gesehen ist das ein positiver Trend. Im Vergleich zu 2019 - also vor der Pandemie - gab es aber deutlich weniger Jobangebote in der Stadt. Auch bei den Ausbildungszahlen ist noch nicht wieder das Niveau von vor der Krise erreicht. Arbeitsagentur-Chef Sönke Fock appelliert an die Firmen, dieses Jahr wieder mehr jungen Menschen eine Perspektive zu geben. Nach Einschätzung der Handelskammer fehlen Hamburg in den kommenden zehn Jahren über 100.000 Fachkräfte.

 

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NDR Info | Aktuell | 04.01.2022 | 14:00 Uhr

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