Stand: 06.12.2017 16:40 Uhr

Notlösung für Landwirte mit vollen Gülletanks

Seit Monaten sind die Felder vieler Landwirte in Schleswig-Holstein völlig durchnässt und nicht befahrbar. Für die Bauern ist das ein großes Problem, denn sie können ihre Gülle nicht ausbringen - die schweren Trecker und Anhänger würden im matschigen Boden einsinken. Hinzu kommt, dass sich die Situation in den kommenden Monaten nicht entspannen wird, weil Gülle nur zu bestimmten Zeiten ausgebracht werden darf - und aktuell ist Sperrzeit. Deshalb erlaubt das Umweltministerium in Kiel nun eine Notlösung: Bauern dürfen in den kommenden Monaten provisorische Lagerbecken für Gülle errichten.

Strenge Auflagen für die Bauern

Das Ministerium hat sich für diese Notlösung entschieden, weil die Lagerbehälter der Bauern überzulaufen drohen. Die provisorischen Güllebecken gleichen Teichen. Allerdings: Diese Erdlager sind nur kurzzeitig erlaubt und Landwirte müssen sie auf eigene Kosten zurückbauen. Der Gewässerschutz hat Umweltminister Robert Habeck (Grüne) zufolge oberste Priorität.

Lob für "eine pragmatische Lösung"

Wer ein provisorisches Güllebecken errichten will, muss deshalb strenge Auflagen einhalten. "Es muss sichergestellt sein, dass Grundwasser und Oberflächengewässer geschützt sind, unter anderem über Spezialfolien." Der Bauernverband Schleswig-Holstein lobte die Entscheidung des Ministers ausdrücklich. Habeck habe die Probleme erkannt und sich sehr um eine pragmatische Lösung bemüht, sagte der stellvertretende Generalsekretär des Verbands, Michael Müller-Ruchholz.

Keine dauerhafte Lösung

Sowohl Habeck als auch der Bauernverband gehen jedoch davon aus, dass es auch in Zukunft aufgrund der Wetterlage immer wieder zu solchen Phasen, in denen Gülle nicht ausgebracht werden kann, kommen wird. Habeck fordert deshalb, dass der Bund die Düngeverordnung anpasst - und die Bauern Gülle-Lagerkapazitäten nicht mehr für nur sechs, sondern für neun Monate vorhalten müssen. Der Bauernverband sieht die Notwendigkeit zwar auch, betont aber, dass viele kleine Betriebe zusätzliche Gülletanks nicht bezahlen könnten. Der Verband fordert deshalb ein Förderprogramm des Landes. Dem erteilte der Minister aber eine Absage.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 06.12.2017 | 08:00 Uhr

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