Ein Mann sitzt in einem roten Theatersessel und lehnt sich nach vorne. © dpa-Zentralbild Foto: Jens Büttner

Generalmusikdirektor Mark Rohde verlängert in Schwerin

Stand: 18.05.2022 06:00 Uhr

Mark Rohde leitet die Mecklenburgische Staatskapelle in Schwerin seit gut anderthalb Jahren. Und der gebürtige Hamburger bleibt Deutschlands drittältestem Orchester bis 2027 erhalten. Denn der Vertrag als Generalmusikdirektor wurde bereits jetzt verlängert.

von Axel Seitz

Mark Rohde dirigiert die Mecklenburgische Staatskapelle Schwerin, mit Werken von Emilie Mayer. Erst Ende April erschien eine neue CD der Mecklenburgischen Staatskapelle, auf der das Orchester bislang noch nicht veröffentlichte Werke, der vor 210 Jahren in Friedland bei Neubrandenburg geborenen Komponistin eingespielt hatte. "Ich bin sehr gerne hier bei der Kapelle. Ich fühle mich wohl, die sind sehr musizierfreudig und arbeiten wunderbar mit. Und die Konzerte, die wir in den letzten anderthalb Jahren gemacht haben, die sind einfach immer etwas ganz Besonderes gewesen und haben sehr viel Energie und sehr viel Stimmung und viel Ausdruckskraft gehabt. Und das ist eine Arbeit, die beiden Seiten Spaß macht und beiden Seiten Freude bereitet." Und da müsse er dran bleiben, weil es sich weiterentwickle. Eine Sache, die sich sehr lohne, betont Rohde.

Theaterintendant Wegner ist froh, dass Rohde bleibt

Lohnend findet auch Theaterintendant Hans-Georg Wegner die Zusammenarbeit mit seinem 46-jährigen Generalmusikdirektor: "Das ist nicht selbstverständlich. Es gibt ja oft so den Kampf zwischen Musik und Inszenierung. Und da wir hier einen sehr renommierten Regisseur mit Martin G. Berger als Operndirektor haben, ist es mir sehr wichtig, dass Generalmusikdirektor und Operndirektion wirklich gut zusammenarbeiten. Und das haben wir erlebt. Das haben wir bei 'Le Grand Macabre' erlebt. Das haben wir aber auch bei den anderen Premieren, die die beiden gemeinsam hier auf die Beine gestellt haben, mitbekommen. Da gibt es gegenseitig eine große Offenheit. Und nicht zuletzt, was er auch ein Hauptpunkt ist, Mark Rohde hat hier einfach richtig schöne Konzerte präsentiert."

Neu: Orchesterakademie am Mecklenburgischen Staatstheater

Damit diese sehr gute Zusammenarbeit künftig nicht nur so bleibt, sondern möglichst qualitativ besser wird, wurde jetzt am Mecklenburgischen Staatstheater eine Orchesterakademie auf den Weg gebracht. "Orchesterakademie bedeutet, dass wir Ausbildungsplätze schaffen, dass wir, so ist der Stand heute, acht junge Musikerinnen und Musiker in unsere Reihen aufnehmen für einen begrenzten Zeitraum, die dann hier nach dem Studium lernen: Was bedeutet es, im Orchester zu sitzen? Wie muss ich mich im Orchester verhalten? Das bedeutet, dass wir da auf jeden Fall mal ein Signal nach vorne haben. Und wir sind auch tatsächlich dabei, zu schauen, mit welchen Mitteln und Wegen wir uns weitere Stellen sichern können."

Ist die Mecklenburgische Staatskapelle unterbesetzt?

Erst im vergangenen September hatte die Deutsche Orchestervereinigung kritisiert, dass die Mecklenburgische Staatskapelle bei den Musikerinnen und Musikern seit Jahren unterbesetzt ist. Mark Rohde hat zu diesem Thema eine deutliche Position: "Wenn man ein A-Orchester hat und dieses A-Orchester ist eines der ältesten des Landes, dann hat man da eine Verpflichtung und muss eben dieser Verpflichtung nachkommen und den Klangkörper pflegen und den Klangkörper so gut wie möglich aufstellen. Und das ist meine Aufgabe. Aufgabe der Träger ist es zu schauen, dass wir spielfähig bleiben."

Auch der Theaterintendant Hans-Georg Wegner sieht das Problem der Unterbesetzung des Klangkörpers, aber ebenso, dass Musiker in den kommenden Jahren die Staatskapelle aus Altersgründen verlassen. "Das drittälteste Orchester wird tatsächlich in den nächsten Jahren eines der jüngsten Orchester sein, wenn man die freiwerdenden Stellen dann auch so ausschreibt, dass junge Leute nachrücken. Die Akademisten sind eine Möglichkeit, das zu tun, was gerade im Sinne der Erweiterung des Klangkörpers geht. Das ist aber sicherlich nicht der letzte Schritt, den wir da machen. Wir sitzen jetzt gerade an einem Orchester-Entwicklungsplan, damit wir uns einen Plan machen, wie wir Stück für Stück das Orchester weiterentwickeln können, auch personell." Acht jungen Musikerinnen und Musiker bis 27 Jahre werden dann vom kommenden August an die ersten Mitglieder sein der neugegründeten, der ersten Orchesterakademie in Schwerin.

Donnerstag steht er bereits wieder am Pult der Mecklenburgischen Staatskapelle und dirigiert das "Benefizkonzert: Für Frieden!" - aus Solidarität mit der Ukraine. Beginn ist um 19.30 Uhr.

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Eine undatierte historische Lithografie zeigt die Komponistin Emilie Mayer. © dpa Foto: Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch unterwegs | 18.05.2022 | 14:40 Uhr

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