Gedenkstätte für John Lennon im Central Park in New York © dpa/picture-alliance Foto: Monika Graff

Die Beatles auf dem Weg in die Unsterblichkeit

Stand: 13.07.2021 15:15 Uhr

Nach der Auflösung der Beatles 1970 gehen John Lennon, Paul McCartnea, George Harrison und Ringo Starr mit Solo-Projekten eigene Wege. Der Schock kommt am 8. Dezember 1980: Lennon wird in New York erschossen.

von Daniel Kaiser

Zehn Jahre nach der Trennung der Beatles erschüttert am 8. Dezember 1980 eine Nachricht die Welt: In New York fallen Schüsse - John Lennon stirbt im Alter von 40 Jahren. Mark David Chapman erschießt ihn vor dem Dakota-Building. Nur Minuten später versammeln sich Fans nebenan im Central Park. Sie hören mit Kassettenrekordern seine Lieder, singen und trauern. Eine weinende junge Frau will den Tod von Lennon nicht wahrhaben: "Er ist nicht tot - sie sagen das nur. Er darf einfach nicht tot sein."

Mit John Lennon stirbt für viele auch die Hoffnung

Ein Bild zeigt, wie der junge John Lennon melancholisch zur Seite blickt. © NDR Foto: Wilhelm Purk
Mit dem Tod von John Lennon stirbt für viele Fans auch die eigene Jugend.

Mit John Lennon stirbt auch ihre eigene Jugend, Ideale von Frieden - und die Hoffnung, die Beatles mögen sich eines Tages wieder vertragen. Und es beginnt ein jahrzehntelanger, böser Streit um das größte Stück vom Beatles-Kuchen - von wegen "All You Need Is Love". Allerdings helfen die Ex-Beatles einander auch immer wieder bei ihren Solo-Projekten. Und einmal gibt es sogar Hoffnung auf ein Comeback: Beim Live-Aid-Konzert in London 1985. Gerüchte sagen: Die überlebenden Beatles sind alle in der Stadt. Doch Paul McCartney bleibt allein auf der Bühne.

John Lennon und Yoko Ono am Flughafen Wien-Schwechat. 31. März 1969. © picture alliance/IMAGNO Foto: Votava
AUDIO: Warum John Lennon sterben musste (55 Min)

"Free As A Bird" - doch die Magie kehrt nicht mehr zurück

Sie könnten sich nicht wieder vereinigen, sagt George Harrison. Jedenfalls nicht, solange John noch tot sei. Erst eine verrauschte Mono-Kassette bringt 1994 die Sensation. Das Fragment eines alten John-Lennon-Songs: "Free As A Bird". Die Beatles gehen noch einmal gemeinsam ins Studio. Aber John fehlt einfach, wie sich Ringo Starr später erinnert: "Wir haben uns immer eingeredet, dass John gerade was essen ist oder eine Tasse Tee trinkt. Wir waren bei den Aufnahmen doch früher immer alle zusammen - die ganze Zeit." Es geht nicht mehr. Zwar sind sie noch Freunde, aber die Magie kehrt nicht mehr zurück.

George Harrison stirbt 2001

Ein trauriger Moment führt sie noch einmal zusammen. Paul McCartney erinnert sich vor einigen Jahren an das letzte Wiedersehen am Sterbebett des krebskranken George Harrison: "Er wusste, wie es um ihn steht. Und wir wussten es. Ich saß stundenlang an seinem Bett - wir hielten uns an der Hand. Etwas, was Kerle eigentlich nicht tun. Das ist eine meiner wichtigsten Erinnerungen."

George Harrison stirbt am 29. November 2001. McCartney ist inzwischen der Gralshüter der Beatles. Er streitet mit Yoko Ono und Michael Jackson, der die Rechte an den Beatles-Songs gekauft hat. Und Lennons Image nimmt auch mit Eheproblemen und grandiosem Kitsch keinen Schaden. Die Beatles-Maschine läuft und läuft. Auf großen Fan-Conventions werden die alten Geschichten immer wieder neu erzählt.

Die Band ist tot. Aber die Beatles sind unsterblich. Es sind eben nicht unsere Pilzkopffrisuren gewesen, sagt Ringo Starr. Es ist die Musik.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Feature | 18.12.2020 | 20:00 Uhr

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