Stand: 24.04.2020 13:03 Uhr

Gemüsesamen: Tipps zu Kauf und Aussaat

Samen werden in die Erde gesetzt © Fotolia.com Foto: amenic181
Bei der Gemüsesaat gibt es einiges zu beachten.

Gemüse-Saatgut wird jedes Frühjahr angeboten - im Fachhandel, in Online-Shops und beim Discounter. Neben alten Züchtungen sind auch neue Sorten erhältlich, die Höchstleistungen versprechen, zum Beispiel mehr Ertrag, höhere Widerstandsfähigkeit gegen Pflanzenkrankheiten wie Falschen Mehltau, besseren Geschmack oder schnelleres Wachstum. Die Auswahl der passenden Gemüsesamen fällt vielen Gärtnern schwer. Doch wer vor dem Kauf auf bestimmte Kriterien achtet, kann auf eine zuverlässige und stabile Ernte hoffen.

F1-Hybride: Robust, ungeeignet zum Saatgut-Sammeln

Bei vielen Gemüsesorten handelt es sich um sogenanntes F1-Saatgut. Die Bezeichnung stammt aus der Genetik und bezeichnet die erste Generation der Nachkommen zweier miteinander gekreuzter Pflanzen. Dabei werden viele günstige Eigenschaften der Elternarten neu kombiniert. Dadurch sind die F1-Nachkommen sehr leistungsfähig. So entsteht ein höherer Ertrag oder die Pflanzen haben besonders gleichmäßige Früchte beziehungsweise ausgeprägte Resistenzen gegen Krankheiten.

Ein Nachteil ist allerdings, dass sich F1-Hybride nicht sortenecht vermehren lassen. Wenn man ihr Saatgut sammelt und erneut aussät, weist die nächste Generation sehr unterschiedliche Eigenschaften auf. Das hat zur Folge, dass Gärtner jedes Jahr neues Saatgut kaufen müssen.

Samenfestes Saatgut ist sortenrein

Bei samenfestem Saatgut stammt die Züchtung von Eltern der gleichen Sorte ab. Die erste Generation hat also die gleichen Eigenschaften wie die Eltern und lässt sich sortenrein vermehren. Gärtner können daher aus den Pflanzen eigenes Saatgut für die kommenden Jahre gewinnen.

Samenfestes Saatgut wird oft als "Bio-Saatgut" bezeichnet. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass die Saat aus Pflanzen gewonnen wird, die ohne die chemische Behandlung mit Düngemitteln oder Schädlingsbekämpfungsmitteln ausgekommen sind. Einige Hersteller bieten auch "echtes" Bio-Saatgut an, das nicht chemisch behandelt wurde. Dabei handelt es sich in der Regel ebenfalls um samenfestes Saatgut.

Anbauzeit der Gemüsesamen beachten

Bei Möhren, Kohlrabi, Spinat und einigen weiteren Gemüsearten gibt es Frühsorten und Spätsorten. Gärtner sollten daher genau auf die Anbauzeit achten, die auf der Packung vermerkt ist. Die termingerechte Aussaat hat Einfluss auf die Qualität und den Ertrag.

Die unterschiedlichen Termine für die Aussaat oder das Pflanzen haben meist mit der täglichen Sonnenscheindauer, der Temperatur von Luft und Boden und der Winterhärte zu tun. So gibt es Gemüsesorten, die zum Schossen neigen, wenn bestimmte Temperatur- oder Lichtbedingungen eintreten. Die Winterhärte spielt vor allem bei Spätgemüse wie Mangold, Rosenkohl oder Lauch eine Rolle.

Mischkultur mit Kräutern verhindert Schädlingsbefall

Wer zusätzlich Kräuter ins Gemüsebeet pflanzt, profitiert von einer natürlichen Schädlingsabwehr: Einige mediterrane Duftkräuter wie Lavendel, Oregano, Salbei und Thymian setzen Stoffe frei, die auf Schädlinge wie Blattläuse abschreckend wirken. Salbei hilft außerdem gegen unwillkommene Gäste wie Kohlweißlinge, Raupen und Schnecken. Kerbel, Knoblauch und Schnittlauch können verhindern, dass auf den Gemüsepflanzen Falscher Mehltau entsteht.

Saatbänder erleichtern die Arbeit

Saatbänder können bei der Aussaat sehr feiner Samenkörner wie Möhren eine große Hilfe sein. Dabei sind die Samen in zwei dünne Zellstofflagen eingebettet. Der Vorteil: Die Samen haben im Saatband bereits den optimalen Abstand zueinander. So ersparen sich Gärtner das Ausdünnen der Reihen, wie es bei der Aussaat von Hand meist nötig ist.

Damit Saatbänder einen guten Bodenschluss haben und die Samen zuverlässig keimen, ist es wichtig, dass man die Aussaathilfe nach dem Auslegen zunächst gut anfeuchtet, bevor man sie mit Erde bedeckt.

Boden vorbereiten: pH-Wert und Drainage prüfen

Wer zum ersten Mal ein Gemüsebeet im Garten bepflanzt, sollten sich zunächst über die Beschaffenheit des Bodens informieren. Mit einem pH-Messstreifen lässt sich herausfinden, ob der Boden eher im sauren oder im alkalischen Bereich liegt. Perfekt ist ein pH-Wert um 7, also im neutralen Bereich. Ist der Boden zu sauer, kann man ihn mit Kalk aufbessern, ist er zu alkalisch, mit Kompost oder Dung behandeln.

Auch die Drainagefähigkeit des Bodens sollten Gärtner überprüfen. Dazu den Boden einmal gut bewässern und am nächsten Tag eine Handvoll Erde herausnehmen. Fließt Wasser heraus, lässt sich die Drainage mit der Einarbeitung von Kompost verbessern. Ein zu feuchter Untergrund behindert das Pflanzenwachstum, weil das vorhandene Wasser die Wurzeln erstickt und faulen lässt. Außerdem kann zu viel Wasser der Ausbildung der Früchte schaden.

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Dieses Thema im Programm:

Die Tricks | 20.04.2020 | 21:00 Uhr

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