Stand: 08.04.2016 11:38 Uhr

Nordseeküsten-Radweg: Von Hamburg nach Dänemark

Der Nordseeküsten-Radweg ist mit fast 6.000 Kilometern der längste durchgehende, beschilderte Radweg der Welt und verläuft durch Dänemark, Schweden, Norwegen, Großbritannien, die Niederlande und Deutschland.

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Ein vertrautes Bild für Radler auf dem Nordseeküsten-Radweg: grüne Deiche und das Meer.

Von Hamburg aus führt er durch Schleswig-Holstein und erreicht nach gut 350 Kilometern die dänische Grenze. Die Strecke verläuft oft am Deich entlang, zum Teil auch auf verkehrsarmen Landstraßen. Beim Befahren der Routen innen- oder außendeichs sollten Radler beachten, dass Hindernisse wie Treibgut oder Verschmutzungen durch Schafkot die Fahrt beeinträchtigen können. Ob Seehundaufzuchtstation Friedrichskoog, Nolde Museum, Krabbenfischerflotte oder der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer - verschiedene Sehenswürdigkeiten bieten attraktive Rastmöglichkeiten.

Karte: Die Route in Schleswig-Holstein

Von Hamburg nach Brunsbüttel (110 Kilometer)

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Von der Elbe bis zur Förde

Der Nord-Ostsee-Kanal verbindet die Elbe mit der Ostsee. Eine Bilderreise entlang der meistbefahrenen künstlichen Wasserstraße der Welt. Bildergalerie

Von Hamburg aus führt der Weg meist auf aspahltierten Straßen an der Elbe entlang Richtung Brunsbüttel. Hier mündet der Nord-Ostsee-Kanal, die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt, in die Elbe. Nicht nur für Technikbegeisterte sind die gewaltigen Schleusen beeindruckend. Rund 40.000 Schiffe passieren sie jährlich. Ein interessanter Rundweg bietet Besuchern die Möglichkeit, alles über die Funktionsweise der Schleusen zu erfahren. Auf Wunsch werden auch Führungen angeboten und das nahe gelegene Schleusenmuseum Atrium zeigt die Geschichte des Kanals und der Schleusen.

Von Brunsbüttel nach Husum (140,5 Kilometer)

Von Brunsbüttel führt der Nordseeküsten-Wanderweg ins Landesinnere von Dithmarschen über St. Michaelisdonn und Meldorf nach Büsum. Meldorf ist die einzige mittelalterliche Stadt der Region. Egal aus welcher Richtung sich der Besucher der Stadt nähert, immer ist der mächtige Dom zu sehen, der direkt im Zentrum am Marktplatz steht.

Die dreischiffige Basilika wurde nach einem Brand 1866 äußerlich neu hergestellt, im Inneren ist die mittelalterliche Ausstattung größtenteils erhalten. Sehenswert ist auch das Burgviertel, das südlich vom Marktplatz liegt. Dort gibt es noch viele hübsche historische Häuser mit Brettergiebeln und Fachwerk aus dem 18. Jahrhundert. Der Name Burgviertel ist übrigens darauf zurückzuführen, dass man annimmt, dass dort einmal eine Burg stand. Einen sehr guten Überblick über die wechselvolle Geschichte Dithmarschens und der Stadt Meldorf gibt das Landesmuseum. Es zeigt eine große Sammlung bäuerlicher Kunst, Schiffe als Originale und Modelle sowie Beispiele der früheren Wohnkultur und Arbeitswelt. Dazu gehören unter anderem eine Eisengießerei, eine Arztpraxis und eine Likörfabrik.

Abstecher nach Friedrichskoog

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In Friedrichskoog werden verwaiste Heuler aufgepäppelt und später wieder ausgewildert.

Wer von Brunsbüttel aus lieber am Deich entlang radeln möchte, kann die Route über Kaiser-Wilhelm-Koog und Friedrichskoog wählen. Friedrichskoog ist bekannt für seine Seehundaufzuchtstation. Verletzte oder allein gelassene Jungtiere - die sogenannten Heuler - werden hier aufgepäppelt und wieder in der Nordsee ausgesetzt. Mehrere Seehunde und Kegelrobben, die in der freien Natur keine Überlebenschance hätten, leben ständig in der Anlage. Besucher können die Tiere an Land und im Wasser bebachten. Außerdem informiert die Seehundstation ausführlich über Biologie, Lebensräume und Gefährdung der Seehunde. Die Station ist täglich geöffnet, auch an Sonn- und Feiertagen.

Frische Krabben aus Büsum

Von Meldorf oder Friedrichskoog geht es direkt am Deich entlang über die Meldorfer Bucht nach Büsum. Im Hafen des beliebten Ausflugs- und Ferienortes liegt eine der größten Krabbenkutter-Flotten Schleswig-Holsteins. Die kleinen Meeresfrüchte können hier direkt fangfrisch vom Boot gekauft werden. Das Museum am Meer zeigt den Alltag der Küstenfischer und informiert über die Krabbenverarbeitung. Vom Hafen in Büsum starten von März bis Oktober täglich zahlreiche Schiffe zu Ausflugsfahrten, unter anderem zu den Seehundbänken, zu Deutschlands einziger Hochseeinsel Helgoland und zu den Halligen.

St. Peter-Ording: Kilometerlanger Sandstrand

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St. Peter-Ording ist für seinen breiten Sandstrand mit den typischen Pfahlbauten bekannt.

38 Kilometer lang ist der Abschnitt am Deich, der von Büsum nach St. Peter-Ording auf der Halbinsel Eiderstedt führt. Besonders interessant an dieser Strecke ist die Passage über den Damm des imposanten Eidersperrwerks. Der breite, zwölf Kilometer lange Sandstrand ist das Aushängeschild von St. Peter-Ording und bietet mit Baden, Strandsegeln, Kitesurfen, Surfen, Reiten oder Beachvolleyball eine sportliche Abwechslung zum Radeln. Vom Strand aus gut zu sehen ist Deutschlands bekanntester Leuchtturm in Westerhever, der ebenfalls einen Besuch wert ist.

Auf halben Weg nach Husum, der zunächst immer am Deich entlang führt, erreicht man Tetenbüllspieker. Ein kurzes Bad im kleinen Hafenbecken, das auch von Einheimischen gern genutzt wird, sorgt für Abkühlung. Wenige Kilometer vor Husum liegt bei Witzwort der Rote Haubarg. Ein Besuch in dem eindrucksvollen Bauernhaus aus dem 17. Jahrhundert lohnt sich. Neben Gerichten aus der Region gewährt das angeschlossene Museum Einblick in die Agrar-Geschichte der Landschaft.

Husum: Die bunte graue Stadt am Meer

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Im Husumer Hafen lohnt der Besuch des Schifffahrtsmuseums.

Husum ist Kreisstadt und kulturelles sowie wirtschaftliches Zentrum von Nordfriesland und hat rund 23.000 Einwohner. Der kleine Hafen und die kleinen Gassen der Altstadt laden zum Bummeln ein. Der berühmteste Sohn der Stadt ist der Dichter Theodor Storm. Direkt am Marktplatz steht das Geburtshaus des bedeutenden deutschen Lyrikers.

Ein Besuch im Husumer Schloss mit dem dazu gehörenden Schlosspark empfiehlt sich vor allem im Frühjahr zur Zeit der Krokusblüte. Der gesamte Park ist dann in ein lila Blütenmeer getaucht. Am Hafen südwestlich vom Markt gegenüber dem Hafenbecken steht das Schifffahrtsmuseum Nordfriesland. Dort erhält der Besucher einen Einblick in die Geschichte der Seefahrt: vom Walfang über das Handelsschulschiff bis zum Marineschiff. Besondere Attraktion ist das "Zuckerschiff" - ein mehr als 400 Jahre altes Schiffswrack, am Stück aus dem Schlick geborgen und anschließend mit mehr als 100.000 Kilogramm Zucker konserviert.

Dieses Thema im Programm:

Landpartie - Im Norden unterwegs | 18.01.2015 | 14:00 Uhr

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