Stand: 17.07.2018 09:59 Uhr  | Archiv

Chat-Protokoll: Herzmuskelverdickung, MS, Blutfettwerte

Fritz: Hilft Vitamin C bei erhöhten Cholesterinwerten (auf die Ernährung wird bereits geachtet)?

Riedl: Leider hilft Vitamin C nicht bei erhöhten Blutfetten.

Eligra: In unserer Familie ist ein erhöhter Cholesterinspiegel bei allen sieben Geschwistern vorhanden. Wir haben das von einem Arzt abklären lassen, der uns einen erblich bedingten hohen Cholesterinspiegel bestätigt hat. Bis jetzt mit keiner Ernährung in den Griff zu bekommen. Ich persönlich esse keine Wurst, wenig Fleisch und ernähre mich meiner Meinung nach gesund. Trotzdem habe ich einen Cholesterinspiegel von LDL 224, HDL 69. Nehme keine Medikamente, außer Trifagul. Was kann ich noch tun, oder doch lieber ein Medikament?

Riedl: Leider hilft Ernährung nicht immer. Besonders bei den erblichen Formen. Aber einen Versuch ist es immer wert, weil auch die erblichen Fette durch schlechte Ernährung ansteigen können.

Kerstin: Warum wird der Herzmuskel nicht weniger? Die andere Muskulatur baut doch ab, wenn man keinen Sport mehr treibt?

Riedl: Im Gegensatz zur anderen Muskulatur ist der Herzmuskel ständig in Arbeit. Und wenn der Druck erhöht ist, dann muss er auch noch mehr arbeiten. Das überlastet das Herz später.

Andrea: Wie fange ich am besten mit der Ernährungsumstellung bei erhöhten Blutfetten an? Ich bin den ganzen Tag berufstätig und gekocht wird abends.

Riedl: Die Umstellung ist die größte Hürde. Machen Sie den Ölcheck. Haben Sie das richtige gesunde Öl im Haus? Essen Sie 500 Gramm Gemüse am Tag? Gehören Nüsse zum täglichen Genuss? Dann fangen Sie damit mal an. Weitere Tipps finden Sie im Buch "Abnehmen nach dem Das 20:80-Prinzip". Da ist beschrieben, wie man seine Gewohnheiten selbst analysiert wie die E-Docs und dann Stück für Stück Änderungen einbaut. Bitte nicht zu viel auf einmal, sonst überfordern Sie sich.

Catrin: Intervallfasten, kaum Abnahme. Kann die Schilddrüsenunterfunktion schuld sein?

Riedl: Nicht jeder nimmt damit ab. Ja, die Schilddrüse kann schuld sein. Prüfen lassen. Aber nicht jeder reagiert auf das Intervallfasten. Grundsätzlich ist sie aber für jeden gesund. Ständiges Essen macht krank.

Yvonne: Der Erfolg bei der jungen Frau mit MS ist phänomenal. Noch viel hilfreicher wäre allerdings eine Nennung der prä- beziehungsweise probiotischen Präparate, die Sie empfehlen und welche die junge Frau zusätzlich zur Ernährungsumstellung eingenommen hat. Ihre Empfehlung ist deswegen so immens wichtig für Kranke, weil der Markt einfach absolut unüberschaubar geworden ist. Diese Produkte sprießen wie Pilze aus der Erde.

Riedl: Wir dürfen Präparate nicht nennen. Aber die Labore, die die Stuhluntersuchung machen, schlagen immer einen Cocktail vor. Die Präparate gibt es in jeder Apotheke. Wie sie eingenommen werden, erfahren Sie von einem Ernährungsmediziner, den Sie beim Bundesverband Deutscher Ernährungsmediziner e.V. finden.

Christiane: Ich praktiziere das Intervallfasten schon seit einem Jahr, bin mir aber nicht sicher, ob das in meinem Alter - ich bin 71 Jahre - auch noch empfehlenswert ist. Meine letzte Mahlzeit ist abends Gemüse mit Ei, Käse oder Fisch, und dann erst wieder am nächsten Tag mittags einen gemischten Salat mit Nüssen und sonst wie oben erwähnt. Wie viele Milchprodukte wie zum Beispiel Quark und Käse empfehlen Sie täglich? Ich esse aber kein Fleisch mehr. Ich habe keinerlei Beschwerden und mein BMI liegt auch bei ca. 22.

Riedl: Intervallfasten ist in jedem Alter gut. Wichtig: Das Gewicht und die Muskelmasse dürfen dabei aber nicht kritisch absinken. Es muss genug Eiweiß und Gemüse gegessen werden.

Rheinpower: Stichpunktartig zur Vorgeschichte: Männlich, 55 Jahre alt, 193 Zentimeter, zurzeit 82 Kilogramm (12 Kilogramm im letzten halben Jahr abgenommen). Im März Herzinfarkt, Diagnose: Hyperlipidämie; entsprechende Tabletten werden verordnet; Blutwerte zurzeit: LDL 67, HDL 32, Triglyceride 153. Zu meiner Frage: Habe aktuell den Lipoprotein-(a)-Wert Wert ermitteln lassen. Der liegt bei 142mg/dl. Dieser Wert soll genetisch bedingt sein. Gibt es Ihrer Meinung nach eine Möglichkeit, diesen zu senken?

Riedl: Der Lp(a)-Wert ist extrem hoch. Bitte einen Lipologen aufsuchen. Leider wirkt Ernährung hier nicht.

Dieses Thema im Programm:

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