Sendedatum: 11.06.2013 20:15 Uhr  | Archiv

"Es ist wichtig, Herzrhythmusstörungen zu dokumentieren"

luckyu: Ich habe heftige Rhythmusstörungen während einer Trauerfeier bekommen. Auch in den Tagen nach der Beerdigung verspürte ich Druckgefühl und Enge im Brustbereich, ebenso fühlte ich mich schwach. Meine Frage: Kann Trauer zu Herzbeschwerden führen?

Dr. Renate Schnabel: Die Rhythmusstörungen und die typischen Beschwerden im Brustbereich unter Stress können auf eine Herzerkrankung, im gravierendsten Fall Herzkranzgefäß-Erkrankung mit Herzinfarkt oder Broken-Heart-Syndrom hinweisen. Es empfiehlt sich eine Abklärung beim Hausarzt oder Kardiologen. Treten die Beschwerden akut auf, sollte der Notarzt hinzugezogen werden.

Unbekannt 2: Ist ein Herzinfarkt-Schnelltest bei Frauen genau wie bei Männern aussagekräftig ?

Dr. Renate Schnabel: Zunächst sollte man davon ausgehen, dass der Test ähnlich sensitiv und spezifisch bei beiden Geschlechtern ist. Genaue Daten zu den neuen Testverfahren liegen noch nicht vor. Hierzu wird aktuell von uns eine Studie durchgeführt.

Markus: Hallo, meine Mutter hat seit ca. 4 Wochen sehr starke Schmerzen in der Brust. Der stechende Schmerz dauert etwa 30 Sekunden bis 3 Minuten und breitet sich in beide Arme und Richtung Kiefer aus. Dazu kommen Herzrhythmusstörungen. Eine kardiologische Untersuchung ergab keinerlei Befunde. Können Sie mir Hinweise auf mögliche Ursachen geben? Ich habe mich auch schon etwas belesen und bin dabei auf eine Angina pectoris gestoßen. Die Symptome würden passen aber dies hätte doch der Kardiologe feststellen müssen, oder?

Dr. Renate Schnabel: Die Beschwerden passen zu der Diagnose Angina pectoris. Die kardiologische Untersuchung ergibt immer nur eine Momentaufnahme. Möglicherweise muss eine erweiterte und wiederholte Diagnostik durchgeführt werden und eventuell unter Belastung. Danach muss entschieden werden, ob spezielle Diagnose-Verfahren zur Anwendung kommen sollten.

Sonnenblume: Seit längerer Zeit habe ich (54 Jahre, weiblich) Herzrasen und Herzstolpern, spürbar vor allem im Ruhezustand. Wenn ich tagsüber eingeschlafen bin, wache ich mit solch einem Herzstolpern auf, dass ich das Gefühl habe, kurz vor einem Infarkt zu stehen. Das Langzeit-EKG ist in Ordnung. Was können Sie mir empfehlen?

Dr. Renate Schnabel: Die einmalig Durchführung eines Langzeit-EKGs ist eine Momentaufnahme. Wichtig ist es, die Herzrhythmusstörungen zu dokumentieren, um gegebenenfalls eine Therapie einleiten zu können. Dazu kann zunächst das Langzeit-EKG wiederholt werden. Bei häufigem Auftreten der Rhythmusstörungen ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass diese dokumentiert werden.

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Visite | 11.06.2013 | 20:15 Uhr

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