Sendedatum: 11.06.2013 20:15 Uhr  | Archiv

"Es ist wichtig, Herzrhythmusstörungen zu dokumentieren"

Dr. Renate Schnabel
Kardiologin Dr. Renate Schnabel hat Ihre Fragen im Chat beantwortet.

Herzinfarkte sind mittlerweile die häufigste Todesursache bei Frauen. Offenbar reagieren Herz und Kreislauf auf bestimmte Risikofaktoren wie Rauchen oder Stress besonders empfindlich. Hinzu kommt, dass ein Infarkt oftmals nicht früh genug erkannt wird. Denn in vielen Fällen kündigt er sich mit ganz unspezifischen Symptomen wie beispielsweise Kurzatmigkeit, Übelkeit oder Oberbauchbeschwerden an.

Kardiologin Dr. Renate Schnabel vom Universitären Herzzentrum Hamburg hat Ihre Fragen im Chat beantwortet. Das Protokoll zum Nachlesen:

V.Teige: Ende April hatte ich sonntags ein furchtbares Brennen im Brust- und Oberkörperbereich. Es brannte wie Feuer, ich dachte an starkes Sodbrennen. Meine Hausärztin diagnostizierte am Montag den Verdacht auf Herzinfarkt, der sich im Krankenhaus dann bestätigte. Warum wurde über das Brennen bei Herzinfarkt (Frauen) noch nie berichtet?

Dr. Renate Schnabel: Das ist eigentlich nicht ganz korrekt: Das Brennen im Oberkörperbereich ist ein klassisches Zeichen für einen Herzinfarkt und sollte entsprechende Diagnostik nach sich ziehen (sowohl bei Frauen, als auch bei Männern).

Unbekannt 2: Ich hatte heftige Rhythmusstörungen. Es wurden mehrfach Belastungs- und Langzeit-EKGs gemacht. Immer ohne Befund. Können diese EKGs tatsächlich einen Infarkt ausschließen?

Dr. Renate Schnabel: Belastungs- und Langzeit-EKGs bilden nur eine kurze Zeitspanne ab und können allein keine Herz-Kreislauferkrankungen ausschließen. Sie können, wenn sie positiv sind, auf ein Risiko für einen Herzinfarkt hinweisen. Bei fortbestehenden Beschwerden kann eine weitere Abklärung auch unter anderem mit Belastungs-Echokardiographie (Herz-Ultraschall) nichtinvasiv erfolgen.

Unbekannt: Vor einem Jahr erlitt ich durch einen Autounfall, stressbedingt, eine Tako-Tsubo Kardiomyopathie. Im Krankenhaus wurde ich gut versorgt. Aber warum stehen diesen Patienten keine Reha-Maßnahmen zu? Diese werden doch gerade nach dieser "Stress-Situation" dringend benötigt!

Dr. Renate Schnabel: Sie könnten mit Ihrem Hausarzt sprechen, ob aufgrund der Stress-Situation (mit Folge der Stress-Kardiomyopathie) eine Reha-Maßnahme angezeigt sein könnte.

Dieses Thema im Programm:

Visite | 11.06.2013 | 20:15 Uhr

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