Stand: 23.01.2018 22:18 Uhr  | Archiv

Chat-Protokoll: Gutartige Prostatavergrößerung

Fred: Wann ist eine Verkleinerung der Prostata mit einem Laser möglich? Ist das die schonendste Methode? Mit welchen Nebenwirkungen muss gerechnet werden?

Braun: Mit der Laservaporisation (Verdampfung) kann die Prostata sicher bis zu einem Volumen von 80 Milliliter schonend behandelt werden. Ab 80 Milliliter ist die Behandlung mit HoLEP-Laser möglich. Beide Verfahren sind sicher und nebenwirkungsarm anzuwenden.

HOK: Mein neuer Urologe (hatte meine Datei übernommen) hat nach einer Vorsorgeuntersuchung mir sofort zu einer Prostataoperation geraten, da die Medikation mit Tamsulosin keine Wirkung mehr habe und die Restharnwerte in der Blase viel zu hoch seien. Auf allgemeine Komplikationen wurde ich nicht hingewiesen. Da war ich stark geschockt. Für mich kam jetzt nur eine Zweitmeinung in Frage. Nach einem sehr intensiven Vorgespräch und dem vorgelegten Arztbericht sowie Aufnahmen von der Prostata mittels MRT und einer zum ersten Mal durchgeführten Blasenspiegelung soll ich jetzt das Kombimedikament Duodart einnehmen, ist das sinnvoll?

Braun: Duodart ist sinnvoll, das würde ich auf jeden Fall mindestens sechs Monate lang versuchen, bevor ich mich operieren lassen würde.

O.R.: Ich habe zunehmend Schwierigkeiten beim Wasserlassen, eine Blasenspiegelung hat ergeben, dass Harnröhre und Blase in Ordnung sind, jedoch die vergrößerte Prostata die Probleme verursacht. Ich habe das Mittel Duodart verschrieben bekommen, ein Hormon zur Verkleinerung der Prostata. Die beschriebenen Nebenwirkungen schrecken mich jedoch ab, dieses Mittel zu nehmen und lieber eine operative Lösung anzustreben.

Braun: Ich kann nur empfehlen, Duodart auszuprobieren und sich von den im Beipackzettel beschriebenen Nebenwirkungen nicht abschrecken zu lassen. Ich setze das Medikament bei vielen Patienten ein, die über Jahre hinweg keine Nebenwirkungen beschreiben.

Kurt: Ende August 2017 hatte ich eine Harnwegsinfektion verbunden mit einer Blutvergiftung bei 40,6 Grad Fieber. Da mein Restharngehalt sehr hoch war, wurde mir eine Abschabung der Prostata empfohlen. Dieser Eingriff wurde am 24. November 2017 durchgeführt. Da anschließend immer wieder Keime im Urin waren, bekam ich inzwischen fünfmal Cefpodoxim verschrieben. Man kann doch nicht in regelmäßigen Abständen Antibiotika einnehmen. Müsste man nicht die Ursache herausfinden? Gibt es eine alternative Behandlungsmethode?

Braun: Eine weiterführende Diagnostik ist unbedingt erforderlich. Ist nach dem Eingriff weiter Restharn vorhanden, ist eine erneute Verengung im Bereich der Prostata aufgetreten. Dies könnte man durch eine entsprechende Ultraschalluntersuchung oder Blasenspiegelung herausfinden.

Bersus: Ich bin Bluter, welche Methode eignet sich am besten?

Braun: Greenlight-Laser-Therapie.

Uwe: Ich habe eine gutartige Prostatavergrößerung, ein fünf mal fünf Zentimeter großes Divertikel an der Harnblase und dadurch immer Schmerzen beim Wasserlassen. Ich muss beim Wasserlassen immer warten, bis auch der Urin aus dem Divertikel abgelaufen ist. Habe ab und zu Blut im Urin. Soll die Prostata abgetragen werden und der Divertikel entfernt werden? Ich bin 68 Jahre alt.

Braun: Ja, die Prostata soll abgetragen und nach Möglichkeit auch das Divertikel entfernt werden.

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Visite | 23.01.2018 | 20:15 Uhr

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