Stand: 20.06.2017 22:54 Uhr  | Archiv

Chat-Protokoll zum Thema Hörsturz

Xy: Was halten Sie vom Öffnen des Trommelfells, um andere Erkrankungen des Ohrs auszuschließen beziehungsweise eventuell die Ursache für den Hörsturz zu finden?

Meyer: Die Entscheidung, ob hinter das Trommelfell geschaut werden sollte, ist eine sehr individuelle. Wenn wir Hinweise in der Vorgeschichte finden, die auf eine Verletzung des sogenannten runden Fensters hindeuten, führen wir diese Operation durch. Sie ist jedoch kein Routineeingriff beim hochgradigen Hörsturz.

Renate S.: Habe eine Senke im Hochton-Bereich, 60 dB. Habe Probleme mit Schwindel. Ist das ein Hörsturz gewesen?

Meyer: Die Frage ist ohne Diagnostik nicht zu beantworten.

Daniela: Ich hatte wohl einen Hörsturz mit Schwindel und bleibenden Ohrgeräuschen in unterschiedlicher täglicher Ausprägung. Gibt es auch zehn Wochen später noch eine erfolgversprechende Therapie? Können auch orthopädische Schwierigkeiten mit der Halswirbelsäule auslösend dafür sein?

Meyer: Zehn Wochen sind ein Intervall, bei dem ich auch noch eine intratympanale Therapie versuchen würde. Orthopädische Ursachen werden häufig diskutiert, sind ihren wissenschaftlichen Beweis aber bis heute schuldig geblieben.

Unbekannt: Meine Diagnose lautet Morbus Menière beidseitig. Rechts 80/90 dB, links seit einem Monat 60/70 dB. Wie hoch sollte eine Kortisongabe dosiert sein? Was halten Sie von Betahistin und Lasertherapie?

Meyer: Kortison mindestens 250 mg Prednisolon über fünf bis sieben Tage. Betahistin ist sinnvoll bis mindestens dreimal 48 mg pro Tag. Lasertherapie ist mir in dem Zusammenhang kein Begriff.

Olli: Ist Sport (Kraftsport) eher zu vermeiden bei einem Hörsturz?

Meyer: Dazu gibt es keine gesicherten Daten und auch keinen plausiblen Grund des Verbots.

Willi: Habe gerade eine stationäre Behandlung bezüglich Hörsturzes mit Gleichgewichtsstörungen bis hin zum Drehschwindel nachts im Liegen bei Lagerungswechsel hinter mir. Wie kann man die Krankheiten Hörsturz und Menièresche Krankheit unterscheiden, wie sind die Symptome einzuordnen?

Meyer: Das ist eine komplexe Frage, die nur nach einer genauen Hör- und Gleichgewichtsdiagnostik beantwortet werden kann.

Unbekannt: Laut den Untersuchungen eines Arztes für HNO befindet sich in meinem Trommelfell des rechten Ohrs Wasser. Mit welchen Behandlungen kann das Wasser entfernt werden?

Meyer: Meist verschwindet das Wasser von selbst. Abschwellendes Nasenspray für zwei bis drei Wochen kann das beschleunigen. Bleibt es, wäre ein Paukenröhrchen zu empfehlen. Kommt es wieder, würde ich eine Tubendilatation versuchen.

Dieses Thema im Programm:

Visite | 20.06.2017 | 20:15 Uhr

Frau hält sich gestresst die Ohren zu © Fotolia.com Foto: #CNF

Was tun bei einem Hörsturz?

Ein Hörsturz tritt plötzlich auf - bislang gibt es weder eine eindeutige Erklärung noch eine sicher wirksame Therapie. In den meisten Fällen verschwindet er von selbst wieder. mehr

Mehr Gesundheitsthemen

Reiserückkehrer aus Corona-Risikogebieten warten am Eingang zum Corona-Testzentrum am Flughafen Hannover-Langenhagen. © picture alliance/dpa Foto: Moritz Frankenberg

FAQ: Was über die neue Coronavirus-Variante Omikron bekannt ist

Wissenschaftlern bereitet die zunächst im Süden Afrikas entdeckte Mutante B.1.1.529 Sorge. Was wir bisher über die Omikron-Variante wissen. mehr

Der Virologe Prof. Christian Drosten und die Virologin Prof. Sandra Ciesek (Montage) © picture alliance/dpa, Universitätsklinikum Frankfurt Foto: Christophe Gateau,

Coronavirus-Update: Podcast mit Christian Drosten & Sandra Ciesek

Hier finden Sie alle bisher gesendeten Folgen zum Nachlesen und Nachhören sowie ein wissenschaftliches Glossar und vieles mehr. mehr