Stand: 07.09.2016 11:05 Uhr  | Archiv

Chat-Protokoll: Parkinson wirksam behandeln

Unbekannt: Seit 2008 habe ich Parkinson. Als ehemals sehr aktiver Hobby- Sportler (über 30 Marathons) liebe ich noch immer die Ausdauerbelastung und habe mich auf das Wandern verlegt (maximal 25 Kilometer). Mein Hauptmedikament ist Stalevo. Frage: Ist der Bedarf an Levodopa von der körperlichen Belastung abhängig, muss ich also an "Wandertagen" mehr Medikament nehmen?

Buhmann: Ja, unter starker körperlicher Belastung ist der Bedarf höher und eine zusätzliche Bedarfseinnahme von L-Dopa kann sinnvoll sein. Lassen Sie sich dadurch auf jeden Fall nicht von Ihrer Ausdauertätigkeit abbringen. Moderater Ausdauersport ist bei Parkinson hilfreich und sinnvoll.

Fritz: Wie teuer ist die in der Sendung vorgestellte OP bzw. wird sie von der Krankenkasse bezahlt?

Buhmann: Die Kosten für die OP werden von den Krankenkassen übernommen.

Becker: Lieber Kollege Buhmann. Nehme seit 2013 wegen starker Parästhesien in den Waden re > li tags und nachts bei Restless-Legs-Syndrom und li betontem Parkinson anfangs Pramipexol, das rasch gesteigert werden musste, und ab 2014 Levodopa. Im Stress der Arztpraxis kam es zu einer Überdosierung. Daher bei Rasagalin-Allergie ab 2015 Stalevo und Neupro. Seit vier Monaten aus der Praxis raus. Jetzt 10 Tabl. Stalevo und Neupro 16 mg. Im Vordergrund stehen diese schmerzhaften Parästhesien. Meine 92-jährige Mutter muss seit fünf Monaten Levodopa wegen Restless-Legs-Syndrom tags und nachts nehmen. Dosis-Anstieg in fünf Monaten von 0.5 auf jetzt 5 Tabl. Kein Parkinson. Was ist der Grund für diese hohen Dosierungen, die ich hoffe, noch etwas zu senken? Mache seit zwei Wochen konsequent Schmerzmeditation nach Jon Kaber-Zinn. Habe Hoffnung, da Besserung bei ruhigerem Lebenswandel.

Buhmann: Lieber Kollege, bei hoher dopaminerger, insbesondere L-Dopa-Dosis, kommt es beim Restless-Legs-Syndrom nicht selten zu einer sogenannten "Augmentation", d.h., man braucht immer mehr und die Symptome werden immer schlimmer. Hier müssten Sie auf andere Substanzklassen ausweichen.

regwit: Guten Abend Herr Dr. Buhmann. Bei meiner Schwester besteht eine Parkinson-Erkrankung. Sie nimmt keine Medikamente. Seit einiger Zeit wird sie immer instabiler und kippt nach hinten weg. Was kann man tun? Hängt es überhaupt mit der Erkrankung zusammen?

Buhmann: Ich empfehle Ihrer Schwester eine Beratung und Behandlung bei einem mit Parkinson vertrauten Arzt. Die genannten Symptome können sehr wohl bei unbehandeltem Parkinson auftreten.

lohmen: Gibt es einen Unterschied zwischen der Krankheit Parkinson und dem Parkinson-Syndrom?

Buhmann: Es gibt verschiedene Parkinson-Syndrome. Das häufigste ist der Morbus Parkinson (Idiopatisches Parkinson-Syndrom). Zu unterscheiden, welches Parkinson-Syndrom vorliegt, kann manchmal schwierig sein und ist eine Aufgabe des Parkinson-Experten.

Dieses Thema im Programm:

Visite | 06.09.2016 | 20:15 Uhr

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