Stand: 06.04.2016 09:02 Uhr  | Archiv

Chat-Protokoll zum Thema Infarkt im Darm

helga: Mir - Jahrgang 1936 - sind im November 1992 von einer Doppelniere und von zwei Harnleitern große Teile entfernt worden. Seit mehreren Wochen habe ich im Bereich der Harnleiternarbe Druckschmerzen. Kann das Narbengewebe auf den Darm drücken?

Freys: Das kann sein. Man könnte es per Darmspiegelung oder Kontrastmittel-CT näher untersuchen.

Antonia: Meine Tochter (10) hat in regelmäßigen Abständen immer wieder Bauchschmerzen. Als Folge bekommt sie Schüttelfrost und muss sich übergeben. Laktose, Fruktose und psychische Probleme wurden ausgeschlossen. Kann sie in dem Alter Verkalkungen in den Darmgefäßen haben?

Freys: Nein, bitte mit dem Kinderarzt besprechen, gegebenenfalls auch einmal eine kinderärztliche Zweitmeinung einholen.

darmi: Ich (männlich, 55 Jahre) habe jeden morgen pünktlich um circa sechs Uhr Schmerzen im Bauchnabelbereich. Eine Darmspiegelung ergab eine Entzündung im Darm. Könnten auch verstopfte Arterien daran schuld sein oder sind das die Helicobacter-Bakterien, die bei mir nachgewiesen wurden?

Freys: Verkalkte Arterien des Darms führen eher zu nahrungsabhängigen Schmerzen. Die Beschwerden bei Ihnen sind höchstwahrscheinlich auf die Darmentzündung zurückzuführen. Bitte besprechen Sie das mit dem Arzt, der die Darmspiegelung durchgeführt hat.

Nick-HH: Meine Mutter ist im Alter von 52 an Schlaganfall verstorben, der Vater gesund 94 geworden. Ich bin ein Mann von 58. Habe ich ein erhöhtes Infarkt- und speziell Darm-Infarkt-Risiko? Die schlimmen Schmerzen im linken Unterbauch nach dem Essen und beim Stuhlgang kenne ich auch. Eine Koloskopie war ohne Befund.

Freys: Wenn Sie "gesund" leben, haben Sie kein erhöhtes Darm-Infarkt-Risiko. Wenn Sie rauchen, übergewichtig sind und keinen Sport treiben, sieht das etwas anders aus. Die Schmerzen im Unterbauch sollten gegebenenfalls per MRT untersucht werden.

Kerstin: Wenn man zur Risikogruppe für Darm-Infarkt gehört, wäre dann die Einnahme von Aspirin 100 sinnvoll? Ich hatte bereits eine beidseitige Lungenembolie unklarer Ursache. Meine Mutter ist am Darm-Infarkt gestorben, nachdem sie im Krankenhaus (wegen anderer Krankheiten) ihre Aspirin 100 nicht bekam.

Freys: Gegebenenfalls ist die Einnahme von Aspirin 100 sinnvoll, da bei Ihnen die Ursache der Lungenembolie unklar ist. Sie sollten unbedingt einmal eine Blutuntersuchung bei einem Gerinnungsspezialisten machen lassen, um seltene Blutgerinnungsstörungen auszuschließen.

Dagmar: Können die Schmerzen beim Infarkt auch in die Leisten ausstrahlen?

Freys: Nein. Das ist eher ungewöhnlich.

Christi: Meine Tochter (25) leidet seit ihrer Blinddarm-OP vor sieben Jahren an heftigen Verstopfungen und immer wieder starken Schmerzen. Eine Darmspiegelung war ohne Befund. Können auch hier Kalkablagerungen in Arterien eine Rolle spielen?

Freys: Das ist eher ungewöhnlich. Vielleicht sollte einmal eine Kernspin-Untersuchung von Dünn- und Dickdarm durchgeführt werden, um die Darmpassage zu untersuchen.

Uschi: Ist jeder Gefäßchirurg der richtige Ansprechpartner? Oder kann man auch im Krankenhaus in einer Akutsprechstunde vorstellig werden, denn Wartezeiten von vielen Monaten sind bei Schmerzen schlecht.

Freys: Grundsätzlich ist jeder Chirurg der richtige Ansprechpartner, gegebenenfalls wird dann ein Gefäßchirurg hinzugezogen.

Dieses Thema im Programm:

Visite | 05.04.2016 | 20:15 Uhr

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