Stand: 05.09.2017 09:53 Uhr  | Archiv

Wespenstich: Was tun bei allergischer Reaktion?

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Im Spätsommer ist die Gefahr besonders groß, von einer Wespe gestochen zu werden.

Im Spätsommer stechen Wespen besonders häufig zu. Sie sind im Stress, denn die Natur bietet ihnen nicht mehr ausreichend Nahrung und die Temperaturen sinken. Statt Eiweiß für ihre wachsenden Larven zu sammeln, suchen Wespen nach Energie in Form von Zucker - zum Beispiel zuckerhaltige Nahrungsmitteln von Menschen. Der Stich einer Wespe kann im schlimmsten Fall zu einem allergischen Schock führen, immer wieder sterben Menschen daran.

Allergikern droht ein Herz-Kreislauf-Stillstand

Allergiker bekommen bei einem Stich Herzrasen, Schweißausbrüche und verlieren oft das Bewusstsein - es kommt zu einem sogenannten anaphylaktischen Schock. Lebenswichtige Organe wie Herz, Lunge und Hirn werden nicht mehr mit Sauerstoff versorgt. Es kommt zum Herz-Kreislaufstillstand.

Heftige Reaktionen häufig

Bei einer Allergie gegen Insektengift kommt es deutlich häufiger zu heftigen Reaktionen als bei anderen Allergien wie Heuschnupfen. Der Grund: Das Allergen wird eingestochen, große Mengen gelangen direkt in den Organismus.

Notfallset mit Antihistamin und Adrenalin

Bei einem anaphylaktischen Schock muss der Patient sofort Adrenalin gespritzt bekommen, um gerettet zu werden. Das Problem: Viele wissen gar nicht, dass sie gegen Wespen- oder Bienengift allergisch sind, denn eine Allergie gegen das Gift kann auch erst im Laufe des Lebens auftreten oder sich mit jedem Stich verstärken. Allergiker sollten immer ein Notfallset dabeihaben, um bei einem Stich mit Antihistamin und Adrenalin einen allergischen Schock sofort verhindern zu können.

Desensibilisierung mit Wespengift

Eine Allergie gegen Wespenstiche ist erlernt: Um allergisch zu reagieren, muss man bereits einen Wespenstich gehabt haben. Erst die zweite oder dritte Wespe kann einen Schock auslösen. Eine Möglichkeit, die Allergie wieder loszuwerden, ist die sogenannte Desensibilisierung. Unter Aufsicht in der Klinik wird alle fünf Wochen eine Dosis Wespengift unter die Haut gespritzt. Dadurch kann sich der Körper an das Gift gewöhnen.

Wespenstiche auch für Nicht-Allergiker gefährlich

Auch wer nicht allergisch ist, sollte einen Stich tunlichst vermeiden. Das Gift führt bei jedem Menschen zu einer Schwellung, die bis zu zehn Zentimeter groß werden kann. Geht der Stich in den Hals oder Mund, kann der Hals zuschwellen und der Betroffene ersticken.

Tipps zum richtigen Umgang mit Wespen

  • Nicht überreagieren: Hektische oder panische Bewegungen vermeiden, sonst fühlen sich die Wespen bedroht und stechen zu.
  • Nach dem Essen Hände waschen, um mögliche süße Überreste an den Fingern abzuwaschen. Sie könnten sonst Wespen anlocken.
  • Nicht pusten: Die Atemluft enthält Kohlendioxid, das die Tiere in Angriffsstimmung versetzt.
  • Besprühen: Hilfreich ist das Ansprühen der Tiere mit zerstäubtem Wasser aus einer sauberen Sprühflasche. Das simuliert Regen, bei dem sich Wespen in ihr Nest zurückziehen.
  • Wespen nicht jagen: Unter Stress verströmen die Tiere einen Alarmstoff, der weitere Wespen anlockt.
  • Wer ein Wespennest im Garten oder auf dem Dachboden hat, sollte es von Fachleuten umsetzen lassen. Ohne viel Erfahrung und professionelle Schutzausrüstung ist das Umsetzen eines Wespennests lebensgefährlich.

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Visite | 05.09.2017 | 20:15 Uhr

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