Stand: 12.06.2018 10:19 Uhr

Kurzsichtigkeit vorbeugen: Was hilft?

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Kurzsichtigkeit ist weltweit die häufigste Augenkrankheit und sie nimmt zu.

Wer weit entfernte Gegenstände nicht erkennen kann, ist kurzsichtig. Immer mehr Kinder entwickeln heutzutage eine Kurzsichtigkeit (Myopie). Diese Entwicklung ist weltweit zu verzeichnen, besonders extrem aber in Ländern, in denen Kinder bereits früh und sehr viel lesen. Auch mit steigender Bildung tritt die Kurzsichtigkeit immer häufiger auf: So ist bei jungen Erwachsenen ohne Abitur oder Berufsschulabschluss jeder vierte kurzsichtig, mit Abitur oder Berufsschulabschluss jeder dritte und unter Hochschulabsolventen sogar jeder zweite.

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Kurzsichtigkeit vorbeugen und erkennen

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Kurzsichtigkeit nimmt weltweit stark zu. Forscher glauben, dass unserer Augen durch PC, Handy oder Buch viel zu viel im Nahbereich fixieren müssen. Wie kann man die Augen entlasten?

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Auch wenn es eine erbliche Veranlagung gibt, wird kaum ein Mensch kurzsichtig geboren. Die Myopie tritt meist erst ab dem siebten bis achten Lebensjahr oder zum Anfang der Pubertät auf. Bei der Geburt ist unser Augapfel etwas zu kurz und deshalb leicht weitsichtig. Dann wächst er, bis er im Idealfall rund und auf alle Sehbereiche gut eingestellt ist. So kann das Auge sowohl nah als auch fern gut sehen, weil sich die Linse je nach Bedarf auf den Abstand einstellt.

Blick in die Ferne: Augen ruhen sich aus

Eine Theorie zur Entwicklung einer Kurzsichtigkeit besteht darin, dass Kinder während des Wachstums zu viel in der Nähe schauen, zum Beispiel beim Lesen von Büchern oder auf dem Smartphone, und sich das Auge an diese Anforderung anpasst. Der Augapfel wächst in die Länge, wenn das Auge zu viel auf nah fokussiert, um die Augenmuskulatur zu schonen.

Das bedeutet aber nicht, dass man weniger lesen sollte. Wichtig sind vielmehr Pausen, in denen sich die Augen mit einem Blick in die Ferne ausruhen können. Auch die rechtzeitige Korrektur der Kurzsichtigkeit mit einer Brille kann dem Fortschreiten der Myopie entgegenwirken.

Ausreichend Tageslicht wichtig gegen Kurzsichtigkeit

Aber auch das Tageslicht scheint eine wichtige Rolle zu spielen: Kinder, die sich viel im Freien aufhalten, leiden weniger unter Kurzsichtigkeit. Tageslicht ist um ein Vielfaches heller als die Innenraumbeleuchtung. Die Augen benötigen für eine gesunde Entwicklung sowohl den Wechsel von nah und fern als auch ausreichend Tageslicht.

Ist der Augapfel einmal zu lang, bleibt er es für den Rest des Lebens und das scharfe Bild liegt vor der Netzhaut. Durch eine zusätzliche Linse, also eine Brille oder Kontaktlinse, oder eine Operation lässt sich dieser Fehler ausgleichen. Damit sich eine Kurzsichtigkeit nicht verschlimmert, sollten die Betroffenen öfter rausgehen, den Blick schweifen lassen und mindestens zwei Stunden pro Tag im Freien bei Tageslicht verbringen. Bis etwa zum 30. Lebensjahr kann eine Kurzsichtigkeit sonst noch zunehmen.

Und je stärker eine Kurzsichtigkeit ist, desto größer ist die Gefahr von Folgeerkrankungen wie zum Beispiel Netzhautablösungen. Das gilt übrigens auch für Menschen, die ihre Kurzsichtigkeit zum Beispiel per Laser operieren lassen. Diese Eingriffe verändern nur die Brechkraft der Linse, an der Länge des Augapfels ändern sie nichts.

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Experten zum Thema

Dr. Peter P. Kaupke
Augenarzt
Dres. Kaupke, Miebach, Görges, Ehrich & Partner
Auguste-Baur-Straße 1
22587 Hamburg
(040) 86 64 32 30
www.augen-blankenese.de

Prof. Dr. rer. nat. Frank Schaeffel
Biologe
Leiter Sektion für Neurobiologie des Auges
Forschungsinstitut für Augenheilkunde
Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Calwerstraße 7/1
72076 Tübingen
www.eye.uni-tuebingen.de/neurobiology-eye

Prof. Dr. Dr. Wolfgang Wiegand
Augenarzt
Abteilung für Augenheilkunde
Asklepios Klinik Nord - Heidberg
Tangstedter Landstraße 400
22417 Hamburg
(040) 18 18 87 34 55
www.asklepios.de/hamburg/nord/heidberg/experten/augenklinik

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Visite | 12.06.2018 | 20:15 Uhr

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